30 junge Flüchtlinge kommen

Statt einer Demenz-Wohngemeinschaft, die ursprünglich geplant war, kommen ab Ende Juli 30 minderjährige unbegleitete Flüchtlinge im ehemaligen Schwesternwohnheim der St.-Johannes-Klinik unter. Das teilte Landrat Richard Reisinger am Donnerstag auf einer Pressekonferenz mit. Bild: swt

"Es ist eine humanitäre Aufgabe, der wir uns stellen müssen", sagt Bürgermeister Joachim Neuß. Er spricht von jungen Flüchtlingen, die allein nach Deutschland gekommen sind. 30 von ihnen finden Ende Juli in Auerbach vorübergehend eine Bleibe.

(swt) Woher sie kommen, ist noch unklar. Fest steht dagegen: Sie sind auf der Flucht, haben ihre Familien verloren und eine Odyssee hinter sich. Und sie werden unterkommen in einer sogenannten Übergangseinrichtung der Stufe eins. Konkret heißt das im ehemaligen Schwesternwohnheim hinter der St.-Johannes-Klinik. "Die Realität holt uns stündlich ein", erklärte Landrat Richard Reisinger am Donnerstag in einer Pressekonferenz im Tagungsraum der Polizei Auerbach. Systematisch würden derzeit Flüchtlinge im gesamten Landkreis verteilt. Sie stammten aus Syrien, Afghanistan, Eritrea oder Äthiopien. Die jungen Menschen, die nach Auerbach kommen, dürften zwischen 10 und 18 Jahren alt sein. Genaueres wisse das Landratsamt noch nicht. "Sicher ist aber, dass wir gerüstet sind".

Alles vorbereitet

Im früheren Schwesternwohnheim sind für die Flüchtlinge Dreibettzimmer vorbereitet. Rund um die Uhr werden sie von pädagogischem Fachpersonal und Hilfskräften betreut. Sie bekommen zu essen und Kleidung, lernen Deutsch und können dann eventuell eine Ausbildung beginnen.

Das Jugendamt sorgt für die Unterbringung, Kolping Amberg für den Unterricht. Das Christliche Jugenddorfwerk Deutschlands (CJD) Sulzbach-Rosenberg stellt die Betreuungskräfte. Eine ärztliche Untersuchung und Gespräche mit Dolmetschern sollen Aufklärung über Alter und Entwicklung geben, erklärte Thomas Schieder, Leiter des Jugendamtes Amberg-Sulzbach.

Im Landkreis leben derzeit rund 600 Flüchtlinge. Wie viele noch kommen, ist unklar. Auch die Zahl der minderjährigen unbegleiteten Asylbewerber kann niemand voraus sagen. Doch im Schwesternwohnheim in Auerbach wäre noch Platz für weitere 30, meint Landrat Richard Reisinger. Vielleicht werde er schon im November benötigt.
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