32 Einzelmaßnahmen auf Liste

Flurbegehungen und Infoveranstaltungen stimmten die Bewohner auf das Projekt "Boden-ständig" ein. Bild: swt

Hagenohe gehört zu den rund 30 Gebieten in Bayern, in denen das Projekt "Boden-ständig" läuft. Der Auerbacher Stadtteil nimmt dabei eine Sonderstellung ein und will versuchen, den ausgelobten Preis des Landwirtschaftsministeriums zu gewinnen.

Heute steht ein weiterer Info-Abend über das Projekt "Boden-ständig" in Hagenohe und die geplante Dorferneuerung in Hagenohe und Ranzenthal auf dem Programm. Vorab wollte die SRZ wissen, wie der Stand der Dinge ist und was bisher erreicht wurde. Roland Schleicher, Auerbacher Mitarbeiter im Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, stand Rede und Antwort.

SRZ: Herr Schleicher, welche Maßnahmen wurden in diesem Jahr im Projekt "Boden-ständig" ergriffen?

Im Februar fand ein Boden-ständig-Forum in München mit Minister Helmut Brunner statt. Dort gab es Beiträge von Hagenoher Akteuren. Danach begannen Gespräche mit Beratern und Landschaftsplanern sowie die Feinabstimmung der Maßnahmen mit Landwirten und Grundeigentümern vor Ort. Im Juni präsentierte Bürgermeister Joachim Neuß das Projekt im Bayerischen Landtag in München.

Zwischenzeitlich gründete sich die Teilnehmergemeinschaft Hagenohe-2 als Körperschaft des öffentlichen Rechts, bestehend aus allen Grundstückseigentümern im Verfahrensgebiet. Heute wählen sie nun den Vorstand der Teilnehmergemeinschaft Hagenohe-2.

Welche Ergebnisse gibt es schon?

Den Sommer über wurde bei Flurbegehungen und Infoveranstaltungen viel geplant und abgestimmt. Aktueller Stand sind 32 bauliche Einzelmaßnahmen, um den Abfluss von Oberflächenwasser zu bremsen und größtenteils um Hagenohe herumzuleiten. Ein wichtiger Aspekt ist, neben dem Kostenfaktor, die weitere Bewirtschaftbarkeit von Stauräumen, beziehungsweise, wenn nichts anderes möglich ist, die Minimierung des Flächenverbrauchs.

Wie sieht die weitere Vorgehensweise aus?

Der Vorstand der Teilnehmergemeinschaft Hagenohe-2 beschließt über die Maßnahmen und beantragt beim Amt für Ländliche Entwicklung die Genehmigungen und Fördermittel. Umgesetzt werden sie, je nach Witterungslage, im Herbst oder im nächsten Frühjahr. Noch im Herbst ist eine Flurbegehung geplant, bei der es um Bodenschutz und pflanzenbauliche Fragen geht. Erläuterungen geben der landwirtschaftliche Umsetzungsberater des Erzeugerrings Oberpfalz, Max Graml, sowie das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Amberg. Bei dieser Gelegenheit sollen auch erste Detailplanungen diskutiert werden.

Beschäftigt man sich auch anderswo mit den Ideen von "Boden-ständig"?

Bayernweit gibt es derzeit 30 Projektgebiete. Hagenohe nimmt eine Sonderstellung ein, weil nicht nur einzelne Maßnahmen, sondern ein flächiges Maßnahmenkonzept mit Grundeigentümern und Landbewirtschaftern erarbeitet wurde. Das Landwirtschaftsministerium hat einen Boden-ständig-Preis ausgeschrieben, um den sich Hagenohe bewerben wird.

Wie ist die Resonanz der beteiligten Bürger?

Die Reaktionen aus Hagenohe und den umliegenden Ortschaften Ranzenthal, Ligenz, Mühldorf, Leiten, aber auch aus Alt- und Neuzirkendorf oder Göttersdorf, aus denen größtenteils die Bewirtschafter stammen, sind insgesamt sehr positiv.

Das Problem der Überschwemmungen ist als solches jedem bewusst. Die Planungen werden immer sehr konstruktiv diskutiert, die Bewohner gehört und ihre Vorschläge berücksichtigt. Ansprechpartner vor Ort ist Ortssprecher Martin Schleicher.

Welche Maßnahmen werden in puncto Dorferneuerung Hagenohe und Ranzenthal ergriffen?

Der Ablauf wird heute erläutert. Voraussetzung für die Dorferneuerung in Hagenohe ist, dass das Problem Wasser in der Fläche konzeptionell gelöst wird. Die Einleitung der Dorferneuerung ist für das Jahr 2017 geplant und soll den Ort Ranzenthal mit einschließen.
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