35 000 Reichsmark veranschlagt

Harte Tage gingen dem Festabend in der Mehrzweckhalle voraus. Das Pfarrforum und zahlreiche weitere Helfer kümmerten sich um den liebevoll gestalteten Rahmen für den runden Geburtstag. Aber auch vor 100 Jahren hatten es die Gläubigen schwer. Am 13. Juni 1915 startete nach langwierigen Vorbereitungen offiziell der Kirchenbau.

Der Erste Weltkrieg machte das Unterfangen nicht leichter, die Granitmauern des markanten Gebäudes in der Ortsmitte nach oben zu ziehen. Von Details erzählte Kirchenpfleger Josef Völkl. Vor dem Bau herrschte das Simultaneum am Ort. Evangelische und katholische Christen nutzten ein Gotteshaus gemeinsam. "Das ging nicht immer reibungslos. Bei den Differenzen spielten Gottesdienstzeiten, Inneneinrichtung und manches mehr eine Rolle. Bereits 1912 endete das Simultaneum."

Ende 1916 zogen die Katholiken aus der alten Kirche aus und in die neue Kirche ein. 35 000 Reichsmark waren ursprünglich für den Bau veranschlagt. 81 000 Mark schlugen nach dem Abschluss zu Buche. 17 000 Mark ließen sich durch Spenden finanzieren. "Im eigens gegründeten Kirchenbauverein zahlten die Mitglieder monatlich 10 oder 20 Pfennige ein. Und die 44 000 Mark Schulden erledigten sich 1923 quasi von selbst. Die Inflation ließ den Stand auf einen Bruchteil schrumpfen." Auch in späteren Jahrzehnten gab es rund um das Gotteshaus viel zu tun. Völkl listete die Maßnahmen auf, von den radikalen Umgestaltungen des Innenraums in den 1960er-Jahren bis hin zum neuen Gesicht des Kirchhofs. (nm)
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