40 Prozent mehr fürs Wasser

Verbesserungsbeiträge und neuer Wasserpreis - darum ging es bei einer Informationsversammlung des Wasserzweckverbandes Kemnath-West im Gasthaus Busch. Bild: stg

Die Anschlussnehmer des Wasserzweckverbandes Kemnath-West müssen künftig tiefer in die Tasche greifen: Für den Kubikmeter müssen sie ab 1. Januar 2015 stolze 40 Cent netto mehr bezahlen.

Kemnath/Kötzersdorf. (stg) Allerdings lebten sie bisher auch im "Wasserparadies": Seit 2001 bezahlten sie nur einen Nettopreis von einem Euro pro Kubikmeter. Bei einer Informationsversammlung im Gasthaus Busch erläuterten der Vorsitzende des Wasserzweckverbandes (WZV) Kemnath-West, Michael Hautmann, sowie Reinhard Herr und Roman Schäffler von der Stadtverwaltung Kemnath darüber hinaus auch die Entstehung von Verbesserung- und Erneuerungsbeiträgen.

Herr ließ die grundlegende Erneuerung der Wasserversorgungsanlage bei Oberbruck Revue passieren. Investiert wurden dafür etwa 1,8 Millionen Euro. Diese Maßnahmen entfalten für alle Grundstücke im Satzungsgebiet der Stadt Kemnath sowie für die "Wassergäste" den gleichen Vorteil. Entsprechend beteiligt sich der Wasserzweckverband mit 117 000 Euro. Bereits beschlossen habe der WZV, dass 40 Prozent dieser Kosten - also 46 800 Euro - durch Entnahmen aus der Rücklage abgedeckt werden. Die verbleibenden 70 200 Euro werden über Verbesserungsbeiträge der Anschlussnehmer beziehungsweise Grundstücksbesitzer abgedeckt. Der Beitrag beträgt pro Quadratmeter Grundstücksfläche sieben Cent und pro Quadratmeter Geschossfläche 79 Cent, jeweils zuzüglich Mehrwertsteuer.

Größere Verluste

Schäffler stellte die Gebührenkalkulation auf Basis der Betriebs- und Unterhaltskosten, der kalkulatorischen Kosten sowie der Gewinne beziehungsweise Verluste aus den Vorjahren vor. Von dem aktuellen Wasserpreis von einem Euro pro Kubikmeter müsse man sich verabschieden. Mehrere Gründe seien dafür ausschlaggebend: Der Wasserverkauf sei rückläufig, in den Vorjahren habe es große Wasserverluste gegeben und auch die Gebühr sei nach Erhöhung des Wasserliefervertrages seit 2009 nicht mehr angepasst worden. Dies hätte man, so Schäffler, vielleicht früher machen können, andererseits wollte man den Abschluss der Sanierung in Oberbruck abwarten. Mit Blick auf den Wasserverlust erläuterte Schäffler, dass ab 2009 im Schnitt pro Jahr 2500 Kubikmeter Wasser verloren gehen. Hautmann stellte hierzu fest: "Wir suchen, aber bisher haben wir den Grund noch nicht gefunden!"

Große Begeisterung über die finanziellen Belastungen kam bei den Zuhörern zwar nicht auf, auch einige kritische Stimmen gab es zum höheren Wasserpreis ("Die Bauern müssen die Zeche zahlen!"), aber insgesamt fanden sich die Anwesenden mehr oder weniger mit den vorgestellten Zahlen ab. "Was wir in den letzten Jahren eingespart haben, müssen wir eben jetzt nachzahlen", meinte Hautmann. Trotz des Anstiegs sei das Wasser immer noch günstig zu haben. Hierfür müsse man nur einmal auf die Wasserpreise umliegender Kommunen schauen.
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