500 Gläubige beim Motorradgottesdienst der Blue Knights Germany auf dem Felix
Gott ist nicht käuflich

Neustadt/WN. (bgm) Die Maisonne brach sich in den frischgrünen, blühenden Kastanienbäumen und spiegelte sich im glänzenden Chrom schwerer Maschinen. 366 Motorräder, zwei Trikes und ein Quad standen auf dem Parkplatz der Klosterkirche St. Felix. Die Blue Knights Germany hatten zum Motorradgottesdienst geladen.

Die Mitglieder des Motorradclubs kamen an Christi Himmelfahrt vorwiegend aus der nördlichen Oberpfalz und dem Landkreis Wunsiedel, aber auch dem Kreis Lichtenfels und dem Chiemgau. Die Biker sind Polizisten. Die Satzung schreibe als Aufnahmekriterium vor, dass jeder Blue Knight das polizeiliche Festnahmerecht haben müsse, erklärte Vorsitzender Stefan Helgert. Den ökumenischen Freiluftgottesdienst besuchten aber keineswegs nur "blaue Ritter". Auf 500 Teilnehmer schätzte Helgert die Gläubigen.

Exit, die fünfköpfige Kirchenrockband, stimmte Rock-Balladen und Gospelsongs an. Bei "Halleluja" von Leonhard Cohen oder "Sounds of Silence" von Simon & Garfunkel wurde die besungene Stille spürbar. Die Kollekte für die Uganda-Hilfe des Klosters stockten die Blue Knights mit einer 500-Euro-Spende auf.

Pfarrer Dominik Naujoks predigte aus dem zweiten Buch der Könige. Naaman, ein syrischer Hauptmann, hatte Geld und war bei seinem König wie auch bei seinen Soldaten gleichermaßen beliebt. Er erkrankt an Lepra und bekommt es mit der Angst zu tun, ganz so wie sich Kranke auch heute fürchten, veranschaulichte Pfarrer Naujoks. "Man weiß: Das vermehrt sich, macht das Leben kaputt. Irgendwann ist man tot."

Alle im Haus des Hauptmanns sind niedergeschlagen. Auch die Sklavin, die einst aus Israel verschleppt wurde. Ihrem Glauben an Gott ist sie aber immer treu geblieben. "Wenn er doch den Propheten in Israel kennen würde", sagt sie zur Frau des Naaman. Allein durch diesen Satz werde sie Schlüsselfigur, interpretierte Naujoks. Naaman bietet dem König in Israel Geschenke und Geld. "Es gibt Dinge in unserem Leben, da sind wir mit Geld an der falschen Stelle. Gott ist nicht käuflich" , betonte Naujoks. Man müsse Gott mit dem ganzen Herzen suchen.

Der wahre Prophet von Israel lässt Naaman zu sich kommen. Er soll sich sieben Mal im Jordan waschen. Der Lepra-Kranke fühlt sich auf den Arm genommen. Sein Stolz stünde ihm im Weg, meinte der evangelische Pfarrer. Naaman besinnt sich, geht in den Jordan und ist geheilt. Die Bibelstelle soll zum Glauben ermutigen. "Du bist als Christ immer wichtig. Auch wenn man nur einmal im ganzen Leben zum Bekenntnis gefordert wird", folgerte Naujoks.
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