640 Ferkel zusammengepfercht

Ein Fahrer hatte viel zu viele Ferkel geladen, eine Fahrzeugbesatzung brachte es auf lediglich 11 Stunden Wochenruhezeit, wo 45 erforderlich gewesen wären.

Pfreimd. (cv) Die Verkehrspolizei Amberg setzte am Donnerstag von 9 bis 14 Uhr auf der A 93 Hof - Regensburg am Parkplatz Schlossberg in Fahrtrichtung Regensburg zu einer Kontrollaktion des Schwerverkehrs an. Dazu wurde durch eine verkehrsrechtliche Anordnung der Autobahndirektion Nordbayern die Geschwindigkeit für beide Fahrspuren durch einen Trichter auf 60 Stundenkilometer reduziert.

Für einen Zeitraum von drei Stunden wurde mit einem speziellen technischem Gerät gleichzeitig die Geschwindigkeit der an die Kontrollstelle heranfahrenden Fahrzeuge gemessen. Es wurden jedoch aufgrund der besonderen Kontrollsituation nur erhebliche Geschwindigkeitsüberschreitungen im Anzeigenbereich geahndet.

139 statt 60

Hier die Ergebnisse: gemessene Fahrzeuge: 2220, Anzeigen: 132, Fahrverbote: 19, höchste Geschwindigkeitsüberschreitung: 139 Stundenkilometer bei zulässigen 60 Stundenkilometern. 14 Lastwagen wurden kontrolliert, davon 8 beanstandet. Es gab 7 Anzeigen und 3 Verwarnungen mit Bußgeld.

Zwei Kontrollen stechen besonders hervor: Ein deutscher Ferkelzuchtbetrieb aus Sachsen transportierte insgesamt 640 Zuchtferkel zu einem Mastbetrieb in der Oberpfalz. Aufgrund der verfügbaren 124 Quadratmeter hätten aber lediglich 540 Tiere transportiert werden dürfen. Zudem war die Gruppengröße bei einem Durchschnittsgewicht von 32 Kilogramm auf 20 Einheiten beschränkt. In den 20 vorhandenen Abteilen befanden sich stattdessen durchschnittlich 32 Tiere.

Keine Qualifikation

Das Veterinäramt vom Landkreis Amberg-Sulzbach gestattete aus Gründen der Verhältnismäßigkeit den Weitertransport zum 90 Kilometer entfernten Mastbetrieb. Zudem missachtete der Lkw-Fahrer die vorgeschriebenen Tagesruhezeiten und konnte keinen Nachweis über eine Berufsqualifikation vorlegen. Gegen Fahrer und Unternehmer werden Anzeigen erstattet.

Eine zweiköpfige rumänische Fahrzeugbesatzung befand sich auf der Fahrt von Bremen nach Straubing und verstieß erheblich gegen die Wochenruhezeitvorschriften. Beide Fahrer brachten lediglich 11 Stunden Wochenruhezeit ein, obwohl mindestens 45 Stunden (unter bestimmten Umständen ist eine Verkürzung auf 24 Stunden zulässig) erforderlich gewesen wären. Zudem hatte der Fahrer in den letzten drei Stunden vor der Kontrolle insgesamt 10 Mal seine Geschwindigkeit um mehr als 20 Stundenkilometer überschritten. Der Spitzenwert lag bei einer Überschreitung um 27 Stundenkilometer, wobei hier die Toleranz bereits abgezogen war.

Grund: Termindruck

Der Fahrer begründete laut Verkehrspolizei seine erheblichen Geschwindigkeitsüberschreitungen mit einem sehr hohen Termindruck, um noch rechtzeitig bei der Entladestelle in Straubing anzukommen.
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