"A gmahde Oide Wiesn"

Im Herzkasperlzelt auf der "Oidn Wiesn" überzeugte die Sulzbacher Kirwamusik die Münchner und auch die Gäste aus ganz Deutschland von der Qualität der Oberpfälzer Brauchtumsmusik. Bilder: hfz (2)

Die Mischung hat gewirkt! Uralte Landler, grawotische Zwiefache, Gassenhauer der 50er und 60er und "Dampf-Tschäss" vom Feinsten. Mit diesem Süppchen hat die Sulzbacher Kirwamusik das Münchner Publikum im Herzkasperlzelt auf der "Oidn Wiesn" ordentlich aufgemischt. Ohne Pause machte sie Tänzern und anderen Gästen drei Stunden lang Dampf.

Die Sulzbacher Kirwamusik "rockt" die "Oide Wiesn" - allerdings mehr in der Tradition der Rockastubn. Ihre Mischung des Repertoires aus verschiedenen Stilen haben übrigens schon die Kapelle Peindl und sonstige Kapellen in den frühen 30er und 40er Jahren genauso gepflegt, schon damals wurden auch alte Schlager und "Tschässiges" zwischen die Landler und Zwiefachen gemischt.

Das Ansinnen vom Festwirt Beppi Bachmeier (bekannt als Betreiber der Fraunhofer-Kulturbühnen), regionale Musik- und Kirwakultur ins Festzelt zu bringen, gipfelte darin, dass im Januar eine Anfrage bei Georg Leugner-Gradl und Wastl Meier eintrudelte, ob sie eine "fetzige" Oberpfälzer Musik zusammenstellen könnten.

Erfahrene Musikanten

Die Besetzung war schnell klar: Konny Sommer, Gitarre, Klaus Hauenstein, Akkordeon, Michael Haberberger und Peter Grund, Trompeten, Hans Loos, Horn und Posaune, Fritz und Georg Leugner, Klarinette/Saxophon, Sebastian Meier, Basstuba, und Maximilian Leugner an der Schiessbude. Alles in allem eine perfekte All-Star-Mischung. Im Programmheft vom Herzkasperlzelt war das auch entsprechend angekündigt.

Auf jeden Fall ist das gesamte Programm während der Oidn Wiesn absolut sehens- und hörenswert. Da spielt fast alles, was Rang und Namen in der bayerischen Kulturszene hat: Well-Boum, Niederbayerischer Musikantenstammtisch, Zwirbeldirn, Kofelgschroa, Gankino Circus, die Birgländer Musikanten, Tanngrindler, aber auch ausländische Gäste wie Magnetic Ear aus New Orleans (sie gastieren übrigens am 6. Oktober auch beim Ramm in Neukirchen).

"Spannend war's ja schon!", berichten die Musikanten. Die bekannten Well-Boum waren gerade noch aktiv, aber viel Zeit blieb den Oberpfälzern nicht zum Schauen. Auspacken, kurzer Bühnenumbau, Soundcheck, mal schnell von der Maß getrunken, und schon ging es los mit dem Drei-Stunden-Programm.

Drei Stunden voller Elan

Mit perfekter Spiellaune schafften es die neun Oberpfälzer, auch die Tänzer vor der Bühne zu fesseln. Der Loos-Hans unterhielt den Rest vom Zelt mit alten amüsanten Trinksprüchen und -gschichtln bravourös.

Der Versuch vom Leugner-Schursch, als Conférencier und Stücklansager dem Zeltpublikum das richtige Kirwagurzen beizubringen, scheiterte allerdings: "Sunst homs zwar a grousse Goschn, die Münchner, aber gurzn kinnas halt niat!" Bei einer abschließenden Maß und Klängen der nächsten Band Gankino Circus war das aber schnell vergessen.

Ein Riesenspaß

Es hat den Oberpfälzern einen Riesenspaß gemacht, vor allem die gute Stimmung, die perfekten Tänzer und das doch so ganz andere Ambiente im Vergleich zum Oktoberfest. Man würde sich auf jeden Fall auf eine neuerliche Einladung zur Oidn Wiesn 2017 freuen. Nächstes Jahr "blockiert" nämlich das Zentrale Landwirtschaftsfest deren Platz.
Weitere Beiträge zu den Themen: Lea (13790)September 2015 (7742)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.