Abendessen erstmal gesichert

Ivona Kraljic, die Leiterin des Altenheims in Capljina (Zweite von links), Kontaktmann Ivan Ivankovic (Dritter von links) und Drazan Dule (Zweiter von rechts) bedankten sich herzlich bei Richard Pscherer (links), Bernhard Krannich (Vierter von links) und Klaus Fiebig (rechts) für die Geldspenden. Bild: jzk

Im März war in Kötzersdorf der 200. Lastzug der Kroatienhilfe mit über 20 Tonnen Hilfsgütern (wir berichteten) aufgebrochen. Bosnien war auch das Ziel von Richard Pscherer, Bernhard Krannich und Klaus Fiebig, um sich ein Bild von der Lage zu machen, Kontakte zu pflegen und vor allem Hilfe zu bringen.

Kemnath/Kötzersdorf. (jzk) Zuerst besuchten die drei Kemnather das Kinder- und Waisenheim "Egipat" in Sarajevo. Die Kroatienhilfe unterstützt die von Schwestern des Ordens "Dienerinnen vom Kinde Jesu" betriebene Einrichtung seit vielen Jahren. Sie hat vielen Waisen ein neues Zuhause gegeben - aber auch Kindern von Eltern, die nicht in der Lage sind, die Mädchen und Buben aufzuziehen. Viele junge Bewohner kennen Richard Pscherer, Bernhard Krannich und Klaus Fiebig schon seit Jahren und freuen sich immer auf ihr Kommen. Das Trio hatte wieder viele verschiedene Lebensmittel und Hygieneartikel im Wert von fast 1600 Euro mitgebracht. Natürlich durften Süßigkeiten nicht fehlen.

"Für die Schwestern und die Kinder ist fast Weihnachten, wenn wir kommen und Hilfe bringen", erzählt Richard Pscherer über seine Eindrücke. "Wir kennen das Haus noch aus den 1990er Jahren, als es noch eine Ruine war", erinnerte sich Bernhard Krannich. "Wir haben mitgeholfen, um es wieder aufzubauen." Ebenfalls von Ordensschwestern gepflegt, werden die zum Teil schwerstbehinderten und pflegebedürftigen Bewohner des Behindertenheims "Sveta Obitelj" in Mostar. Auch sie können bei ihrer Arbeit auf die Kroatienhilfe zählen, zumal die Hilfe vom Staat völlig unzureichend sei. Auch hierfür hatten die Kemnather 1000 Euro im Gepäck, gedacht für Lebensmittel und wichtige Einkäufe wie Sanitätsmaterial, Windeln für Erwachsene, Desinfektionsmittel und Einmalhandschuhe. All das wird im Behindertenheim dringend gebraucht, ist aber in Bosnien sehr, sehr teuer.

Dritte Station war die südbosnische Stadt Capljina. Mehr als 110 Lastzüge mit wertvollen Hilfsgütern haben den Ort bislang von Kemnath aus erreicht. Klingt viel, ist es aber gar nicht angesichts der über 2500 Flüchtlingsfamilien, die neu angesiedelt wurden. In Capljina besuchten die Kemnather zudem die Pfarrei und das Altenheim, wo die Unterstützung vom Staat nur für eine karge Mahlzeit am Tag reicht. Ein Abendessen gibt es nur, wenn die Verantwortlichen Spenden dafür bekommen. Auch dieses Heim unterstützte die Kroatienhilfe des Katholischen Frauenbundes Kemnath. Mit 2000 Euro soll für acht Wochen das Abendessen für die Senioren gesichert werden.

Der Kontaktmann der Kemnather, Ivan Ivankovic, der Vorsitzende des Wohltätigkeitsvereins "Drazan Dule" und die Leiterin des Altenheimes verwalten solche Spenden. Zusätzlich bezahlten die Kemnather den Einkauf von Hygienematerial für 200 Euro. "In Zukunft werden wir unser Hauptaugenmerk darauf legen, Unterstützung und Hilfe für diese drei Heime zu organisieren", kündigte Klaus Fiebig an.
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