"Abgesagt" das neue Unwort

Lagebesprechung im Leugaser Häusl: Thomas Höcht, Bianca Wührl, Andreas Oppl und Tobias Kühn (von links) erörtern die aktuelle Situation. Bild: wro

Auch wenn sich die Häuslclub-Freunde erst daran gewöhnen müssen: Nach über zwei Jahrzehnten wird es 2016 keinen "Oberpfälzer Super-Fasching" geben. Dabei waren die Bands schon engagiert. Wer kommt für den Schaden auf?

"Eigentlich müsste jetzt der Vorverkauf für den HCL-Ball auf Hochtouren laufen", erzählt Vorsitzender Tobias Kühn. Wenig später kommt auch sein Stellvertreter Thomas Höcht hinzu und deutet auf sein Smartphone: "Wir sind nicht die einzigen, auch das Nena-Konzert in Passau wurde aus demselben Grund wie bei uns abgesagt."

"Abgesagt", das ist bei den Leugaser HCL-Freunden zum Unwort geworden. "Freilich haben wir Verständnis", kommentiert die HCL-Spitze die Entscheidung des Landratsamtes, die Dreifachturnhalle als Notunterkunft zu nutzen. Als ein "zweischneidiges Schwert" bezeichnet die Führungsriege die aktuelle Situation dennoch.

"Kein Zweifel: Die Kriegsflüchtlinge benötigen ein Dach über den Kopf, gerade jetzt in der Winterzeit. Wer aber kommt für unseren finanziellen Ausfall auf?" Vom Imageschaden wollen die Leugaser gar nicht erst sprechen. Der gute Ruf des Häuslclubs Leugas werde daran sicher nicht leiden, hoffen sie. "Die Bands jedoch wurden vor langer Zeit engagiert und fordern jetzt ihre Ausfallentschädigung", zeigt Kassier Andreas Oppl Verständnis für die Reaktion der Musiker, mit denen bereits vor vielen Monaten Vereinbarungen getroffen worden waren.

Seit über zwei Jahrzehnten findet der HCL-Ball in der Wiesauer Turnhalle statt. Auf einen anderen Ort auszuweichen, sei jedoch nie ein Thema gewesen. "Unsere Organisation läuft seit Jahren perfekt, wir stellen und liefern unsere Einrichtung selber, unser gesamter Ablauf ist auf kurze Transportzeiten und auf unsere Helfer vor Ort angewiesen." Landrat Wolfgang Lippert habe in mehreren Gesprächen Alternativen angeboten, das sei schon richtig, Lösungen aber konnten nicht gefunden werden.

Leider habe die Regierung sämtliche Hoffnung zunichte gemacht, als Anfang November der Landkreis aufgefordert wurde, die Notunterkunft weiter zur Verfügung zu stellen und nicht wie bereits versprochen, zum 1. Dezember 2015 aufzulösen. "Es bringt uns nichts, einzelnen Personen die Schuld an dieser Situation zu geben. Davon wird die Halle auch nicht frei", fügt Kühn noch hinzu. Trotzdem möchte der HC, "dass die Sache ruhig diskutiert wird: "Wir befinden uns aktuell im Gespräch mit unserem Landrat und hoffen auf eine baldige Lösung. Nicht nur für uns, sondern für alle Vereine, die auf die Dreifachturnhalle angewiesen sind", erklärt Kühn.

"Die Absage des HCL-Balls ist schon eine bittere Pille, die wir erst noch selber verdauen müssen. Als kleines Rädchen, haben wir leider kein Mitspracherecht, genauso wenig wie die Vereine, die am Problem noch mehr zu arbeiten haben und die Halle während des Winters nutzen."
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