Abriss unter Atemschutz

Viele, viele Stunden lang hielt der Großbrand eines Dreiseithofs in Münchsreuth mit Millionenschaden am Dienstag die Feuerwehren auf Trab. Als die Flammen eingedämmt waren, ging der Einsatz für das Technische Hilfswerk erst los: 26 Helfer waren die ganze Nacht hindurch bei Aufräumarbeiten gefordert.

Es war 17.22 Uhr, als die Einsatzleitung das Technische Hilfswerk (THW) Weiden um Ortsbeauftragten Andreas Duschner anforderte. Der Grund: Die Bekämpfung der Glutnester gestaltete sich sehr schwierig. Schweres Räumgerät war gefragt. Außerdem musste die Brandstelle großflächig taghell ausgeleuchtet werden. Dafür sorgten die Helfer per Lichtgiraffe.

Glutnester im Brandschutt

Beim Eintreffen der THWler stellte sich heraus, dass ein Nebengebäude des landwirtschaftlichen Anwesens einsturzgefährdet und nicht mehr zu retten war. In der großen Menge Brandschutt gab es noch zahlreiche Glutnester, die zum Schutz des restlichen Anwesens beseitigt werden mussten. Deshalb wurde mit Hilfe des Bergungsräumgeräts des Ortsverbands Weiden das Nebengebäude abgerissen. Der Fahrer und sein Einweiser mussten dabei teilweise unter schwerem Atemschutz arbeiten.

Der Schutt wurde im Pendelverkehr mit zwei Lkw-Kippern von der Einsatzstelle zu einem leeren Fahrsilo transportiert, um später entsorgt zu werden. Während des Abbruchs mussten die Feuerwehren immer wieder löschen, da mehrmals Flammen aufzüngelten und sich starker Rauch entwickelte.

Zweiter Einsatzschwerpunkt für das THW war der über einem Kuhstall gelegene Heuboden. Dort glimmte und rauchte es ebenfalls noch überall, so dass der starke Wind immer wieder kleine Feuer entfachte. Daher blieb nichts anderes übrig, als sämtliche brennbaren Materialien - die sogenannte Brandlast - zu beseitigen und mit mehreren Traktoren und Anhängern wegzufahren.

Sicherung per Drehleiter

Wegen der Lage des Heubodens wurde dazu ein Teleskoplader des THW angefordert. Außerdem wurden Helfer des Ortsverbands Neunburg vorm Wald (Landkreis Schwandorf) eingebunden, die nach einem anderen Einsatz kurzfristig startklar waren.

Teilweise mussten die THWler auf dem Heuboden, durch eine Drehleiter gegen Absturz gesichert, per Hand arbeiten. Noch in der Nacht wurde außerdem ein Langarmbagger eines Abbruchunternehmens aus Pullenreuth angefordert, um auch die letzten Brandlasten beseitigen zu können. Am Mittwoch um 8.45 Uhr waren die Arbeiten abgeschlossen und der Einsatz beendet.
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