Abschied von den Außenstellen

Die Filialen der Gemeinde Freudenberg haben mittwochs von 16 bis 17 Uhr geöffnet. Eine Ausnahme ist das Dienstzimmer in Paulsdorf (Bild). Dort können Bürger zwischen 18 und 20 Uhr ihren Behördengang erledigen. Doch auch hier ist Ende des Jahres Schluss. Bild: Hartl

Durch die Gebietsreform kamen Lintach, Aschach, Etsdorf und Paulsdorf zu Freudenberg. Die Ortsteile behielten aber eine Verwaltungs-Außenstelle, um den Bürgern weiterhin die gewohnten Wege bieten zu können. 1972 waren diese Dienstzimmer ein absolutes Muss, jetzt sind sie ein Auslaufmodell.

Alwin Märkl war noch ein Kind, als Freudenberg vor 42 Jahren zur flächenmäßig größten Gemeinde des Landkreises Amberg-Sulzbach aufstieg. Rund 80 Quadratkilometer liegen zwischen Hiltersdorf im Süden, Aschach im Westen, Pursruck im Norden und Schleißdorf im Osten. Jetzt ist Alwin Märkl ein CSU-Bürgermeister und mit seinen Gemeinderäten zu der Überzeugung gekommen, dass die vier Außenstellen, die mittwochs maximal zwei Stunden auf haben, nicht mehr zeitgemäß sind und folglich geschlossen werden können. Denn: "Manchmal kommt da überhaupt niemand."

Bis zum Jahresende

In Aschach, Lintach, Pauls- und Etsdorf können schon jetzt keine Ausweise mehr beantragt werden, auch An- oder Abmeldungen des Wohnsitzes oder eines Gewerbes sind nicht mehr möglich. Nur bereits beantragte Ausweise können dort noch abgeholt werden. Bis 31. Dezember. Dann ist Schluss. Grund dafür ist neben der gegen null tendierenden Resonanz vor allem die rasante technische Entwicklung, sagt der Bürgermeister.

Ohne Computer

Als ein Beispiel nennt er die elektronischen Fingerabdrücke, die für Reisepässe notwendig sind. Dazu fehle in den Außenstellen einfach die erforderliche Technik. "Ich habe da nicht einmal einen Rechner", bestätigt Theresia Heldmann, die einmal pro Woche von 16 bis 17 Uhr im Aschacher Feuerwehrhaus die Stellung hält und für die Leute da ist, die immer seltener kommen. "Vielleicht auch aus Neugier", vermutet Märkl und meint damit die Bürger, die es zum im Dezember vergangenen Jahres eröffneten Gemeindezentrum Hammermühle zieht. Jedenfalls sei es zu teuer und zu aufwendig, die Außenstellen, die sich in den Feuerwehrhäusern bzw. im Paulsdorfer SSV-Sportheim befinden, technisch aufzurüsten. Märkl geht nicht davon aus, dass die Schließung für einen Aufschrei sorgen wird: "Bisher hat sich noch niemand beschwert." Und wenn? "Dann lasse ich die Leute abholen. Vom Bauhof zum Beispiel."

Stattdessen ein langer Tag

Im Gegenzug setzt sich der Bürgermeister aber auch dafür ein, dass das Gemeindezentrum künftig etwas länger offen ist. An einem Tag unter der Woche "so bis 17 oder 18 Uhr. Da bin ich flexibel. Wir probieren's mal."
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