Abschluss mit Abrechung

Hubert Schug sitzt nicht mehr im Eschenbacher Stadtrat. Auch wenn das Gremium den Rückzug des CSU-Rats einstimmig akzeptierte - einmütig ging es in der Sitzung nicht zu.

Aus gesundheitlichen Gründen will Hubert Schug nicht mehr im Stadtrat sitzen. Allerdings machte Schug kein Geheimnis daraus, dass es nicht nur die Sorge um seine Gesundheit ist, die den Apotheker zum Rückzug bewegte.

Schug warf das Handtuch wenige Tage nach der Mai-Sitzung: "Ich brauche für meine Arbeit meine volle Gesundheit und werde diese nicht durch schlaflose Nächte und beginnende Magengeschwüre wegen meiner Stadtratstätigkeit gefährden." Er verwies auf mehrere Anlässe, die seinen Unmut geweckt hatten. Zudem beklagte er, dass Erfahrung im Stadtrat nicht gefragt sei, es zähle nur mehr die Farbe des Parteibuchs. Der Fraktionszwang in der SPD sei so krass, jeder gesunde Menschverstand werde über Bord geworfen. Heftig rieb sich der Apotheker an der Geschäftsführung des Bürgermeisters. Bei all seinen Wählern entschuldigte er sich für den Schritt. Er wolle die Stadt nicht im Stiche lasse, sagte er und verwies auf seine Investitionen als Unternehmer in der Stadt. "Aber wenn ein Zug in die verkehrte Richtung fährt und man kann ihn nicht umkehren, weil keiner der anderen Fahrgäste die Gefahr erkennen will, dann muss man aussteigen, solange es noch Sinn macht."

CSU-Fraktionssprecher Marcus Gradl äußerte sich vor der Abstimmung nur kurz zum Ausscheiden Schugs. Er bedauerte, dass der Stadtrat eine Unternehmerpersönlichkeit verliert. Er sprach ihm Lob und Dank aus. Gradl erinnerte an Entscheidungen, die nicht nur Schug nicht nachvollziehen konnte. Es sei nachvollziebar, dass jemand zum Schluss kommt: "Da kann ich ja gleich zurücktreten." Die Reaktion von SPD-Seite habe nur gelautet: "Dann tu's doch." "Derartige Reizworte hätte es nicht gebraucht", resümierte Gradl.

Hubert Schug kandidierte am 3. März 2002 erstmals für den Stadtrat, auf dem letzten Listenplatz der CSU. Mit 1277 Stimmen errang er das fünftbeste Ergebnis und zog in den Stadtrat ein.

Durch den Rücktritt von Hubert Schug steht Michael König als Nachrücker vor dem Einzug in den Stadtrat. Mit 579 Stimmen hatte der Vorsitzende der Faschingsgesellschaft und stellvertretende Vorsitzende des Stadtverbandes bei den Kommunalwahlen 2014 das sechstbeste Ergebnis der CSU-Bewerber. Die Stadt wird nun bei ihm anfragen, ob er das Mandat antritt.
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