Abwasserabgabe: Mahnungen und Bescheide verschwunden

"Wer suchet, der findet...", heißt ein altes Sprichwort. Im Kirchenthumbacher Rathaus war eine Suche aber offensichtlich nicht von Erfolg gekrönt. Konkret geht es um die Mahnungen und Bescheide der vergangenen 15 Jahre im Zusammenhang mit der Abwasserabgabe. "Wir sind gerade dabei, diese Unterlagen wieder zu besorgen", informierte Bürgermeister Jürgen Kürzinger in der Sitzung des Marktgemeinderats.

Die Abwasserabgabe ist eine Sonderabgabe, die der Staat, in diesem Fall der Landkreis, für das Einleiten von Abwasser erhebt. Sie soll Anreize zur Vermeidung von Abwasser beziehungsweise zur Verbesserung der Reinigungsleistung bieten.

Den Räten teilte der Bürgermeister mit, dass die Kommune in den vergangenen 17 Jahren insgesamt 320 000 Euro an Abwasserabgabe bezahlt habe. Die Schätzung dafür, die auf der Basis des Durchschnitts vor dem Auslaufen der wasserrechtlichen Erlaubnis im Jahr 1999 ermittelt worden sei, habe bei 119 000 Euro gelegen.

"Die Differenz von über 200 000 Euro hat uns geschockt", räumte Kürzinger auf NT-Anfrage ein. Signifikant sei, dass sich seit 2010 die jährliche Abwasserabgabe bei zum Teil deutlich über 20 000 Euro eingependelt habe. "Diese Zahlungen können wir uns definitiv nicht mehr leisten", erklärte der Bürgermeister.

Die zahlreichen Mahnungen und Bescheide des Landratsamts beziehungsweise des Wasserwirtschaftsamts aus den vergangenen eineinhalb Jahrzehnten seien im Rathaus leider nicht gefunden worden, sagte Kürzinger. An Spekulationen über die Gründe dafür wolle er sich aber nicht beteiligen. "Uns ist zugesagt worden, dass wir alle Unterlagen nochmal bekommen; dann haben wir es schwarz auf weiß." (stg)
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