Adel der Lebensführung

Die Sopranistin Kristina Scherer und Trompeter Johannes Stürmer bei der Bach-Kantate mit Steffen Kordmann in der Hedwigskirche. Bilder: cog (2)

Seit 250 Jahren wird in der Kirche St. Hedwig die Eucharistie gefeiert und gebetet. Anlässlich des Jubiläums erklang in diesem Gotteshaus eine geistliche Abendmusik. Und der Dekan begab sich in die Geschichte.

Sulzbach-Rosenberg. (cog) Die Kirche war voll: Nicht nur Mitglieder des Gemeindekirchenrats und zahlreiche weitere Angehörige der Gemeinde und Vertreter des öffentlichen Lebens waren gekommen, darunter in ökumenischer Verbundenheit der evangelische Dekan Karlhermann Schötz, sondern auch Regionaldekan Ludwig Gradl.

Gerecht und klug

Dekan Walter Hellauer berichtete über die Geschichte von St. Hedwig. Die Kirche wurde von der Pfalz-Sulzbacher Herzogin Eleonore Philippine gestiftet und am 22. September 1765 geweiht. Patronin ist die Hl. Hedwig von Andechs, welche die Herzogin sehr verehrte.

Hedwig war verheiratet mit dem Herzog von Schlesien. Sie nahm den großen Besitz als Landesmutter gleichsam nur in Verwaltung und unterstützte die Bedürftigen. "Der Adel der Geburt war bei ihr gepaart mit dem Adel der Lebensführung, Gerechtigkeit und Klugheit", fasste der Geistliche zusammen, "möge unser Leben, wie das der Hl. Hedwig, der Gottesliebe Glanz erfüllen!"

Ein kleines, gut besetztes Ensemble mit Streichern, Trompete und Orgel spielte Musik von Giuseppe Torelli, Wolfgang Amadeus Mozart und Georg Friedrich Händel. Dekanatskirchenmusiker Steffen Kordmann dirigierte sorgsam und verständnisvoll. So ließ er einen homogenen, sehr warmen Klang entstehen. Die strahlende, festliche Musik rückte die prächtige Ausstattung im Stil des späten Rokoko ins rechte Licht. Die Gäste lauschten und betrachteten andächtig die Bilder der Heiligen.

Besonders schön war Johann Sebastian Bachs Kantate "Jauchzet Gott in allen Landen" mit der Sopranistin Kristina Scherer. Ihre klare Stimme mit mühelosen, expressiven Höhen vereinigte sich mit dem strahlenden Klang von Johannes Stürmers Solotrompete zum jubelnden Wohlklang der Glaubensfreude.

Nach einem Augenblick der Stille, in dem die Besucher die Musik nachwirken ließen, applaudierten sie den Künstlern kräftig und ausdauernd. Mit dem gemeinsamen Hedwigslied "Jetzt, Christen, stimmet an" endete die Abendmusik.

Informative Tafeln

Anschließend betrachteten die Besucher die Jubiläumsausstellung. Auf großen, informativen Tafeln ist das Leben der Hl. Hedwig von Andechs und ihr Wirken dargestellt. Ein weiterer Schwerpunkt der Ausstellung sind die Hedwigskirchen in Polen und Deutschland sowie die künstlerischen Darstellungen der Heiligen. Die Ausstellung ist bis zum 18. Oktober samstags und sonntags 14 bis 17 Uhr in der Sakristei der Hedwigskirche zu sehen.
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