Ärger um Ahornbaum

Nach einer Beschwerde von Gottfried Staufer hat das Bauamt der Verwaltungsgemeinschaft Mitterteich geprüft, ob der Ahornbaum beim Buswartehäuschen in Königshütte auf Privat- oder Gemeindegrund steht. Bild: jr

War die Gemeinde Leonberg berechtigt, an einem Ahornbaum beim Buswartehäuschen in Königshütte Totholz zu entfernen? Mit dieser Frage mussten sich jetzt Bürgermeister Johann Burger und die Verwaltungsgemeinschaft Mitterteich befassen.

(jr/lnz) Aufgeworfen hat die Frage der frühere langjährige Bürgermeister Gottfried Staufer, der bereits mehrfach die Amtsführung seines Nachfolgers Johann Burger kritisierte (wir berichteten). Die neuerliche Beschwerde-E-Mail hat Staufer nicht nur an Bürgermeister Burger geschickt, sondern an Dutzende weitere Adressaten. Die NT-Redaktion zählte zwar nicht dazu, das Schreiben liegt ihr aber trotzdem vor.

"Hallo Damen und Herren Gemeinderäte, Ortssprecher, Unternehmer, Bürgerinnen und Bürger ...", so beginnt das Schreiben des früheren Gemeindechefs. Darin äußert er den Verdacht, dass der besagte Ahornbaum in Königshütte auf Privatgrund und nicht auf Gemeindegrund stehe. In diesem Fall würde die Verkehrssicherungspflicht beim Eigentümer liegen, was bedeute, dass dieser und nicht die Gemeinde Leonberg das Totholz aus Sicherheitsgründen hätte entfernen müssen.

Wörtlich schreibt Staufer: "Sollte sich dieser Verdacht als richtig erweisen, hätte Bürgermeister Johann Burger öffentliche Mittel veruntreut. Die örtlichen Rechnungsprüfer im Gemeinderat sind verpflichtet, die von Burger angeordneten Ausgaben auf ihre Richtigkeit zu überprüfen. Im Übrigen ist schon der Verdacht wieder Wasser auf die Mühlen der Bürgerantragsteller, endlich die Bürgerinnen und Bürger über die Eingemeindung nach Mitterteich und von Pfaffenreuth nach Waldsassen abstimmen zu lassen."

Bis zu 70 Empfänger

Bürgermeister Johann Burger brachte das Thema im öffentlichen Teil der jüngsten Gemeinderatssitzung zur Sprache, ohne dabei Gottfried Staufer namentlich zu nennen. Burger bedauerte, dass die "Vielzahl an E-Mails" des Beschwerdeführers der Verwaltung unnötig Mehrarbeit verschafften. Bis zu 70 Personen in dessen E-Mail-Verteiler hätten das neuerliche Schreiben erhalten. "Was hier abgeht, ist fast nicht mehr zu beschreiben", sagte Burger, der nicht weiter auf die E-Mail-Problematik eingehen wollte. Auch einige Gemeinderäte beklagten "regelmäßige E-Mails" und forderten den Verfasser auf, damit aufzuhören.

Auf Gemeindegrund

Zum Inhalt des Schreibens teilte Bürgermeister Johann Burger mit, dass das Bauamt der VG Mitterteich den Standort des Ahornbaums überprüft habe. "Eindeutig geht daraus hervor, dass der Ahornbaum auf Gemeindegrund steht", so Burger zu einer vorliegenden Stellungnahme der Verwaltung. Ferner gebe das Bauamt darin zu bedenken, dass die Gemeinde nicht zuletzt wegen des Buswartehäuschen unter dem Ahornbaum darauf achten müsse, dass keine Äste herunterfallen.

Gottfried Staufer selbst erklärte auf NT-Anfrage, dass er mit seinen Schreiben lediglich dafür sorgen wolle, dass in der Gemeinde alles ordentlich abläuft. Daher habe er den Standort des Baumes prüfen lassen wollen. "Ich will nur, dass im gesetzlichen Rahmen gearbeitet wird, sonst nichts", versicherte Staufer.
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