Ärztlicher Bereitschaftsdienst im Raum Neustadt/Erbendorf/Vohenstrauß zusammengelegt - ...
Weitere Wege, längere Wartezeiten

Neustadt/WN. Zum 26. Februar werden die Bereitschaftsdienstbereiche Neustadt, Erbendorf und Vohenstrauß zu einem neuen, größeren Dienstgebiet zusammengelegt. Dies ist nach Angaben der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns (KVB) nötig, da die Dienstgruppen Erbendorf und Vohenstrauß die nach der Bereitschaftsdienstordnung der (KVB) notwendige Mindestzahl von 15 Ärzten unterschritten hatten und daher die Bereitschaftsdienst leistenden Ärzte unzumutbaren Dienstbelastungen ausgesetzt waren.

Erhebliche Belastung

"In der bisherigen Konstellation ließ sich der Ärztliche Bereitschaftsdienst folglich nicht mehr auf Dauer aufrecht erhalten", teilte die KVB mit. Die drei benachbarten Dienstgruppen hätten sich daher unter Vermittlung der KVB auf die Zusammenlegung der Dienstgebiete geeinigt.

Der Bereitschaftsdienst, den niedergelassene Ärzte nachts, an Wochenenden und an Feiertagen zusätzlich zu einer durchschnittlich 50-Stunden-Arbeitswoche leisten, sei nicht nur erheblicher Stress für den einzelnen Arzt, sondern auch eine Belastung für seine Familie, erklärt die KVB. Zudem sei für junge Mediziner unter anderem auch die hohe Dienstfrequenz im Bereitschaftsdienst ein schwerwiegendes Argument gegen die Niederlassung in eigener Praxis.

Daher sollen mit den Umstrukturierungen im Bereitschaftsdienst nicht nur die heute dienstverpflichteten Ärzte entlastet, sondern zudem auch die Übernahme von Praxen insbesondere in ländlichen Räumen wieder attraktiver werden. Denn nur, wenn wieder ausreichend Mediziner bereit seien, sich in eigener Praxis niederzulassen, werde der Bereitschaftsdienst langfristig aufrechtzuerhalten sein.

Die Dienstbereiche der Bereitschaftsdienstgruppen Neustadt, Erbendorf und Vohenstrauß werden zum 26. Februar zusammengelegt. Für das Dienstgebiet sind jeweils drei Ärzte im Bereitschaftsdienst im Einsatz, die jeweils einen kombinierten Sitz- und Fahrdienst leisten. Die Unterteilung des Dienstgebiets erfolgt in Nord, Mitte und Süd.

Aus den Umstrukturierungen ergeben sich für die Patienten möglicherweise weitere Wege und längere Wartezeiten als bisher. Und auch die Ärzte, die Hausbesuche machen, sind gegebenenfalls länger unterwegs. Doch die Alternative wären erhebliche Lücken in der Bereitschaftsdienstversorgung gewesen. Ohnehin sollen Hausbesuche im Bereitschaftsdienst künftig in der Regel nur noch dann erfolgen, wenn eine medizinische Notwendigkeit besteht - so, wie es bereits seit Jahren rechtlich geregelt ist.

Rund um die Uhr

Im Bundesmantelvertrag Ärzte steht dazu, dass Patienten "einen Anspruch auf Besuchsbehandlung nur haben, wenn ihnen das Aufsuchen des Arztes in dessen Praxisräumen wegen Krankheit nicht möglich oder nicht zumutbar ist". Die Vermittlung im Ärztlichen Bereitschaftsdienst ist rund um die Uhr an sieben Tagen die Woche bundesweit unter der kostenfreien Telefonnummer 116 117 zu erreichen. Die Kosten für diese Dienstleistung tragen die niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten.
Weitere Beiträge zu den Themen: Februar 2015 (7876)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.