Ahorn nicht mehr zu retten

Eigentlich sollte der mächtige Ahornbaum am Pfreimdufer nur einen Rückschnitt erhalten und zu Demonstrationszwecken mit einem Hubsteiger dienen. Doch der Tod kam schleichend und wurde nach den ersten Schnitten überdeutlich. Lediglich ein paar Zentimeter Außengerüst hielten den Stamm noch zusammen. Bild: dob

"Da geht nichts mehr. Der Baum muss gefällt werden", begutachtete Forstwirtschaftsmeister Ernst Müller einen großen Ahorn am Pfreimdufer. Eigentlich sollte der Baum zu Demonstrationszwecken für einen fachgerechten Rückschnitt für sechs städtische Mitarbeiter und einen Feuerwehrmann dienen.

Sie hatten in den vergangenen Tagen ihr Wissen in Sachen Hubarbeitssteiger erweitert. Doch als die ersten Meter des dicken, zweigabeligen Asts abgesägt waren, kam das morsche Innenleben zum Vorschein. "Den Baum dürfte sogar einmal ein Blitz gestreift haben", vermutete der Experte und zeigte Bürgermeister Andreas Wutzlhofer die Stelle entlang des Stamms. Zu helfen war dem Ahorn nicht mehr. Nur mehr die äußere Holzschicht hielt den Stamm zusammen. Der nächste starke Wind hätte den Baum vermutlich sowieso umgelegt. Zum Glück wurde das faule Innenleben rechtzeitig entdeckt.

Ständig überwacht

Entlang der mehr als 130 Kilometer langen Straßenzüge stehen viele alte Baumbestände, die ständig auf Pilzbefall oder bedeutsame Holzschäden überwacht werden. Natürlich brauchen die Bäume hin und wieder auch einen Pflegeschnitt, damit sie ein stabiles Gerüst bilden können. Astbrüche könnten schwere Schäden anrichten oder sogar Menschen verletzten. Gefahrenbäume gilt es deswegen rechtzeitig zu erkennen. Bevor die Teilnehmer aber die Säge an den Bäumen ansetzen durften, brüteten sie acht Stunden über den Theorieausführungen von Ernst Müller. Insgesamt umfasste der Kurs 24 Stunden. Besonders Schnittführung und -technik beim Ausschneiden der Bäume waren Hauptthemen. Vor allem Totholz aus alten Bäumen müsse sicher entfernt werden. Um beispielsweise auch in die Kronen der hohen alten Bäume zu kommen, sei ein Hubsteiger ein technisch sehr hilfreiches Gerät. Doch der richtige Umgang müsse geübt werden, das fordere auch der Gemeindeunfallversicherungsverband, ergänzte Müller. Einfach abschneiden, so einfach sei die Vorgehensweise sicher nicht. "Da sind schon Spezialkenntnisse gefragt, denn falsche Schnitte können eher kontraproduktiv sein." Daher ließ Außendienstleiter Karl Frey seine Mitarbeiter Sabine Dworzak, Hans Moritz, Markus Süss, Josef Bauer und Christian Lehner zu einer Art "Baumpflegekolonne" schulen. Von der Stützpunktwehr nahm Thomas Beierl mit teil, denn auch die Feuerwehrleute werden immer öfter zu solchen Aktionen eingesetzt.
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