Akuter Handlungsbedarf und Zweitmeinung

Die SPD neige laut Joachim Bender zum Neubau einer Einfeld-Halle. "Kann man die jetzige Halle noch weiter nutzen oder besteht Gefahr?", wollte er wissen. "Die Statik ist schwierig", bedeutete Martin Kunert. Zwar sei 2006 nachgebessert worden, doch seien die Schäden an der Außenwand groß.

"Eine Aussage, dass man die Halle noch zwei, drei Jahre nutzen kann, ist nicht möglich", meinte er und verwies nochmals auf die kritische Situation bei der Schneelast.

Auf Gutachten verwiesen

Auch Dr. Stefan Morgenschweis von der CSU sah eine Sanierung nicht als Option. Seine Fraktion befürworte nach realistischer Einschätzung eine neue Einfeld-Halle. Er verwies auf das Gutachten von 2014 und registrierte, dass seit 2007 schon 168 000 Euro Sanierungskosten angefallen seien.

Bürgermeister Michael Göth machte den Handlungsbedarf vom zweiten Gutachten abhängig, das in Auftrag gegeben wurde. "Ohne Neuverschuldung gibt der Haushalt das in nächster Zeit aber nicht her!" Karl-Heinz Herbst von den Grünen plädierte ebenfalls für eine neue Halle, und zwar möglichst bald.

Auf Weiternutzung zu spekulieren hielt Hans-Jürgen Reitzenstein (FDP/FWS) wegen der maximalen Schneelast für grundfalsch. "Zur Finanzierung müssen wir im Haushalt eben etwas anderes nach hinten schieben!" Auf Fragen verdeutlichten die Architekten nochmals, dass wirklich alles gegen eine Sanierung des Bestandes spreche.

Über 40 Prozent

Die Stadtbaumeisterin nannte dann auch noch Fristen: Werde eine Förderung bis 1. November 2015 beantragt, sei sowieso erst 2017 mit dem ersten Bescheid zu rechnen. Den staatlichen Zuschuss sah sie eventuell auch über 40 Prozent. Planungskosten müssten heuer im Haushalt vorgesehen werden.

Hubert Jungbauer (CSU) stellte fest: "Wir können niemand zumuten, sein Kind da rein zu schicken, wenn die Halle nicht sicher ist. Das ist eine Pflichtaufgabe der Stadt, dann muss im Haushalt eben anderes zurückstehen!" Dr. Stefan Morgenschweis sah aufgrund des 2014er Gutachtens schon akuten Handlungsbedarf. "Wir müssen so schnell wie möglich beginnen, eventuell vorzeitigen Baubeginn beantragen!"

Der Stadtrat beauftragte abschließend die Landesgewerbeanstalt Nürnberg mit der Kontrolle der statischen Konstruktion - damit soll eine erforderliche Zweitmeinung eingeholt werden. (ge)
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