Albert Rupprecht und Tobias Reiß befassen sich mit Problemen der Bio-Landwirte
Mehr Struktur, weniger Verwaltung

Mit den Problemen der biologischen Landwirtschaft setzten sich die CSU-Abgeordneten Albert Rupprecht und Tobias Reiß (Sechster und Zweiter von rechts) auf dem Kuschtalhof in Unterwappenöst auseinander. Bild: bkr
Kulmain. (bkr) Die Nachfrage nach Bio-Produkten steigt. Für die Bio-Bauern der Region eigentlich eine gute Nachricht, wären da nicht die strukturellen Probleme im Landkreis Tirschenreuth. Von den hier 1500 landwirtschaftlichen Betrieben betreiben gerade drei Prozent Bioanbau mit einem Anteil von vier Prozent der Agrarfläche. Zu wenig, um die steigende Nachfrage zu decken.

Ausländische Konkurrenz

Dazu kommt die Konkurrenz aus dem Ausland, deren Erzeugnisse die großen Handelsketten zu Preisen des konventionellen Anbaus anbieten. Damit heimische Landwirte mithalten können, müssten die Vermarktungswege angepasst und Vorschriften abgebaut werden. Hier sollen die CSU-Abgeordneten Albert Rupprecht und Tobias Reiß helfen.

Sie hatten sich den Kuschtalhof in Unterwappenöst ausgesucht, um sich über Probleme der Bio-Landwirte zu informieren. Gesprächspartner waren nicht nur Stefan Koschta und Elisabeth Würstl, sondern auch Ely Eibisch, Kreisvorsitzender des Bauernverbandes, Hubert Heigl, Landesvorsitzender Naturland, Bürgermeister Günter Kopp, Martin Schmid von der Steinwaldallianz und Günther Erhard von der Ökoregion Steinwald.

Wichtig ist laut Landtagsabgeordnetem Reiß die Frage, was die Region dazu beitragen und was die Politik verändern kann. Ein regionales Konzept sprach Martin Schmid mit der Öko-Modellregion Steinwald an. Aufgabe sei, den Öko-Landbau bis 2020 zu verdoppeln. Dazu müssten Menschen für Öko-Landwirtschaft begeistert und regionale Vermarktungsketten sowie ein Netzwerk aufgebaut werden. Öko-Tourismus sei eine andere Säule.

Genossenschaften bilden

Eibisch sah die Bildung von Genossenschaften als eine Möglichkeit an. Zuviel unproduktive Arbeitszeit gehe mit der Erfüllung bürokratischer Vorschriften verloren. "Die europäische Ebene triezt bei vielem", pflichtete Bundestagsabgeordneter Rupprecht, bei. Er sah auch das Problem, dass die Region über keinen Bio-Schlachthof verfügt. Zu weite Wege sei die Folge.

Wer mit staatlicher Förderung besonders artgerechte Tierställe baue, dem sollte das Bio-Niveau bescheinigt werden, forderte Hubert Heigl. Bislang seien trotz Anerkennung eines besonders artgerechten Rinderstalls die Auslaufflächen nach den Bio-Vorschriften zu klein dimensioniert.

Die Arbeitswelt des Kuschtalhofs mit seinen 60 Rindern nahm die Gruppe in Augenschein. Den Bio-Betrieb haben Stefan Koschta und Elisabeth Würstl seit 1999 aufgebaut. Mit Kräuteranbau fingen sie an. Aus ihrem Bio-Kümmel wird ein hervorragender Tropfen destilliert. Den gab es bei der Mittagspause im Gasthaus Waldfrieden in Brand zur Verdauung.
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