Alle drei Sekunden ein Opfer

Am Sonntag begingen die Gmünder den Volkstrauertag. Im Gottesdienst und anschließend bei der Gedenkfeier wurde der Opfer der beiden Weltkriege gedacht und um Frieden gebetet. Bilder: rgr

Die Stadt Grafenwöhr und die Feuerwehr Gmünd gedenken am Volkstrauertag der Gefallenen der Weltkriege. Der Hauptredner stellte aber auch einen Bezug zur aktuellen Flüchtlingskrise her.

Gmünd. (rgr) "Im zweiten Weltkrieg haben 55 Millionen Menschen ihr Leben verloren. Das sind in sechs Kriegsjahren 17 Menschen pro Minute - alle drei Sekunden ein Opfer. Dieses unsagbare Leid darf sich nicht wiederholen. Wir müssen alles daransetzen, dass ein derartiges Unrecht nicht noch einmal geschehen kann." Der Chef der Deutschen Militärischen Vertretung, Oberstleutnant Anton Kussinger, zitierte damit Joachim Hermann bei seiner Gedenkrede zum Volkstrauertag am Gedenkstein in Gmünd.

Nur mäßiger Erfolg

Ausgehend von den Berichten, die in der Zeitung stehen, sei die Politik bis in die jüngste Zeit nur mäßig erfolgreich. "Es gibt unzählige Opfer und Millionen von Flüchtlingen. Schuld seien Kriege in Afghanistan, im Irak, in Libyen, Syrien und in der Ukraine, die ich in das Gedenken einbeziehe", sagte Kussinger, der klarstellte: "Ich persönlich möchte nicht einer bestimmten politischen Seite alleine die Schuld an diesem Drama geben." Der Redner klagte: "Man hat noch niemals versucht, den Krieg ernsthaft zu bekämpfen. Wir hoffen, dass der Schrecken des Nationalsozialismus mit seinen furchtbaren Auswirkungen sich nicht wiederholen wird." De Krieg sei vor 70 Jahren zu Ende gegangen, Zeitzeugen seien kaum vorhanden. Mehrere Generationen können mit dem Thema: "Krieg" nichts mehr anfangen, wollen nichts mehr davon hören. "Wir stehen hier, um gegen das Vergessen anzukämpfen."

Erinnerung an Tote

Im Gottesdienst wurde zuvor für die Opfer der beiden Weltkriege gebetet. Kaplan Thomas Thiermann bat auch bei der Gedenkfeier alle Anwesenden, sich für den Frieden einzusetzen. Herbert Dobmann, der Vorsitzende der Feuerwehr Gmünd, erinnerte auch an die Toten der Feuerwehr seit der Gründung 1897. Er nannte die Namen der im vergangenen Jahr Verstorbenen: Josef Arnold, Willi Enthaler, Oskar Schedl und Ehrenvorstand Karl Dobmann. Der Feuerwehrvorsitzende sowie Bürgermeister Edgar Knobloch legten abschließend je einen Kranz nieder. Die Stadtkapelle Grafenwöhr spielte zu Ehren der Toten: "Ich hatt' einen Kameraden."
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