Alle packen mit an

Die Sanierungsarbeiten am Jugendheim haben begonnen. Erste Überraschungen gab es auch schon. An der Wand ist eine alte Schultafel aufgetaucht.

Bürgermeister Johann Burger ist nichts zu viel. Kräftig packt er mit an, entfernt den Innenputz und "badet" im Staub und Dreck. Erst als Pater Hans Junker kommt, wird es etwas ruhiger. Die Maschinen verstummen. Um den gemeindlichen und kirchlichen Geldbeutel zu schonen, setzen sowohl Gemeinde als auch Kirchenverwaltung bei der Jugendheim-Sanierung zunächst auf Eigenleistung. Schon an zwei Samstagen arbeiteten gut 15 Leute mit, erklärt Bauleiter 3. Bürgermeister Alois Männer. Auch dieses Wochenende folgt ein Arbeitseinsatz. Zunächst mussten Saal, Küche und Toiletten komplett ausgeräumt werden. Lediglich Sitzungszimmer und Wirtsräume sind noch verschont. Das Jugendheim ist 1772 erbaut worden - nach den Plänen des Waldsassener Klosterbaumeisters Philipp Muttone. In den 90er-Jahren wurde das Jugendheim für 330 000 DM renoviert. Jetzt wird das Gebäude entkernt: Der Putz wird abgeschlagen, die Bretterwand beseitigt.

Was da alles auftaucht, lässt so manchen "alten Hasen" staunen: Plötzlich haben die Fenster im Saal einen Bogen, der zuvor mit Holz verblendet war. Dann die Schultafel an der Wand im Saal. "Die muss doch mehr als 100 Jahre alt sein", sind sich Bürgermeister Johann Burger und Kirchenpfleger Wolfgang Kreger sicher. Burger würde am liebsten die "schwarze Wand" erhalten, aber das muss erst noch entschieden werden.

Derweil brummt der Kompressor unentwegt, der Putz muss runter. Fleißige Helfer bringen den Schutt zum Fenster, wo er mittels einer Rohrwanne ins Freie auf den bereitstehenden Container gelangt. Bis Mitte Mai sollen die Abbrucharbeiten beendet sein, dann soll sich das Jugendheim im Rohbauzustand befinden.

Im Obergeschoss wird alles neu gebaut - Saal, Küche, Toiletten. Auch ein Behinderten-WC und ein Treppenlift sind vorgesehen. Neu errichtet wird ein Notausgang mit Außentreppe, damit vor allem bei größeren Tanzveranstaltungen für Sicherheit gesorgt ist. Architekt Anton Glaßl hat errechnet, dass die Gesamtkosten bei rund 260 000 Euro liegen werden. Die Kosten teilen sich Gemeinde und Kirche je zur Hälfte, wobei Zuschussgelder erwartet werden. Am vergangenen Montag im nichtöffentlichen Teil der Gemeinderatssitzung wurden die Arbeiten an Unternehmen aus der Region vergeben. Im Obergeschoss erhalten die Räume einen neuen Putz, der Parkettboden dagegen bleibt drin. "Der wird abgeschliffen, dann passt er wieder", sagt Burger.
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