Allerlei Österliches aus dem Königsteiner Land
Krippe zur Karwoche

. (wku) Krippen schmücken in der Weihnachtszeit die Kirchen. Zu Ostern sind sie eher selten. Eine solche Rarität findet sich in der evangelischen St. Georgskirche in Königstein.

Osterkrippe

Im Jahre 2006 baute der Organist, Chorleiter und Kirchenvorsteher Thomas Pirner zusammen mit fleißigen Helfern aus seinem Gospelchor den Golgatha-Hügel und das Grab Jesu nach. Ziel war es, das Ereignis um die Kreuzigung Christi möglichst originalgetreu darzustellen.

Gestützt auf die Aussagen der Bibel entstand ein zwei mal drei Meter großer Nachbau, der am Hintereingang der Kirche aufgestellt wird.

Wer die Ostergeschichte "live" und hautnah erleben möchte, sollte die Kirche in der Karwoche besuchen. Die Krippe wird ab Palmsonntag, 29. März, zu besichtigen sein.

Das Besondere an der Osterkrippe ist, dass sie sich ständig verändert: Nach dem Einzug Jesu in Jerusalem am Palmsonntag werden am Gründonnerstag der Verrat des Judas, am Karfreitag die Kreuzigung Jesu und am Ostersonntag das offene Grab dargestellt.

Dadurch soll den Kirchenbesuchern und besonders auch den Kindern das Geheimnis von Ostern nahe gebracht werden. Übrigens gibt es solche Osterkrippen auch in Kleinformat für Kinder zu kaufen.

Osterbrunnen

Seit Herbst 1997 besitzt Königstein einen Bürgerbrunnen. Er geht auf die Initiative des ehemaligen Marktrates Toni Suttner zurück und entstand als Gemeinschaftswerk, finanziert aus Spenden vieler Königsteiner Bürger. Daher trägt er den Namen Bürgerbrunnen. Seit Beginn an wird der Brunnen vor Ostern festlich mit Fichten-, Tannenzweigen, Eiern und Schleifen festlich geschmückt.

Der Brauch des Osterbrunnens stammt ursprünglich aus der Fränkischen Schweiz, einer wasserarmen Hochebene. Hier musste das Wasser von den Quellen in den Tälern mühsam in die Ortschaften hinaufgeschafft werden. Die geschmückten Osterbrunnen wollten darauf hinweisen, wie wichtig und kostbar das Wasser für das Leben der Menschen war.

Auch im Bereich der Marktgemeinde Königstein gab es nicht in jedem Dorf einen Brunnen mit Grundwasser. Vielmehr musste in Zisternen das Regenwasser aufgefangen werden.

Ostermorgen

Einen ganz besonderen Brauch gibt es seit fast 40 Jahren in Eschenfelden: Am Sonntagmorgen vor dem Ostergottesdienst zieht der evangelische Pfarrer mit Kreuzträger und den Konfirmanden von der Kirche zum Dorfbrunnen. Dort erwarten ihn der Posaunenchor und die Gemeinde.

Eine neue Osterkerze wird entzündet. Diese Osterkerze taucht der Pfarrer dreimal in das Wasser des Brunnens ein und spricht ein Segensgebet. Die Kerze ist ein Symbol für den auferstandenen Christus.

Das Wasser des Brunnens soll an das Wasser der Taufe erinnern. Das Eintauchen der Kerze bedeutet, dass die Gläubigen durch ihre Taufe mit dem auferstandenen Christus verbunden sind.

Osternester

Früher gab es in Königstein nur Hühner der Rasse "Italiener", die weiße Eier legten. Diese Eier waren allerdings für das Osternest wenig geeignet. Daher benutzten die Mütter Rote Beete und Zwiebelsaft, um die weißen Eier nach dem Kochen zu färben. Das Ergebnis nannte man "Räidl-Oier", was so viel wie gerötete Eier hieß. Sie wurden in ein Körbchen mit Moos oder Holzwolle gelegt und im Garten oder im Holzschuppen versteckt. Die Freude war groß, wenn die Kinder ihre Nester gefunden hatten.

Man warf diese Räidl- Oier auch hoch. Wenn der Dotter schwarz war, dann nannten sie die Kinder "Deifala" (Teufelchen). War der Dotter hell, dann hießen sie "Engala" (Engelchen).
Weitere Beiträge zu den Themen: Königstein (2039)März 2015 (9461)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.