Alles im Fluss

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Äschen sind für die Sportangler Weiden ein seltener Fang. Der Bestand in der Haidenaab ist stark zurückgegangen. In dem Gewässer findet die Fischart keinen geeigneten Lebensraum. Das soll sich ändern.

Sedimente lagern sich in den Kiesbänken ab und verstopfen sie. "Das wird hart wie Beton, und die Fische können dort nicht mehr ablaichen", erklärte Reiner Wolfrath, Vorsitzender des Sportanglerbundes Weiden. Mit dem Schutzprogramm Äsche versucht der Verein, der bedrohten Art einen Lebensraum zu schaffen. Gemeinsam mit dem Wasserwirtschaftsamt haben die Petrijünger die Kiesbänke gelockert.

Eine vorausschauende Aktion der Angler, denn nächstes Jahr startet das neue Artenschutzprogramm Nase und Barbe des Fischereiverbandes Oberpfalz. "Da machen wir natürlich mit und bereiten schon jetzt ein geeignetes Umfeld für die Fische vor", meinte Wolfrath am Freitag stolz. Die beiden zählen ebenfalls zu sogenannten "Kieslaichern" und somit zu den bedrohten Arten. Zwar gebe es vereinzelt große Exemplare in der Haidenaab, aber die "Mittelklasse" fehle. Und das, obwohl die Sportangler schon viel Geld in den Artenerhalt investiert haben. "Noch dazu schonen wir sie das ganze Jahr." Wer eines der seltenen Tiere erwische, müsse es wieder freilassen. Die Mitglieder halten sich außerdem strikt an die Schonzeiten und Mindestmaße, die das Fischereigesetz in Bayern vorschreibt.

Seltener Fang

Es liegt aber nicht nur an den Sedimentablagerungen, dass die Bestände schinden. Schuld daran sind auch Kormorane, die über den Baggerseen ihre Kreise ziehen. Für Wolfrath ein Übel: "In den Weihern finden sie kaum was zum Fressen, deshalb suchen sie halt in der Haidenaab." Im Durchschnitt fressen die Vögel 80 Kilogramm Fisch täglich. "So viele tummeln sich in einem Gewässer wie der Haidenaab nicht einmal."

Für 2016 will das der Anglerbund ändern und neue Nasen und Barben setzen. Die aufgelockerten Kiesbänke sollen sie an der Stelle beim Hochwassersteg halten. "Danach kommt wahrscheinlich der Kiesweg und ein Stück an der Bundesstraße 470 dran", zählte Wolfrath auf.

Vorerst planen die Sportangler, im Frühjahr rund 2500 Stück von jeder Rasse zu setzen. Das Alter der Tiere dürfe bei höchstens zwei Sommern liegen. Bei etwa einem Euro pro Nase oder Barbe kommt da einiges an Kosten zusammen. Für den Sportangler aber Ausgaben mit Zukunft: "Diese Fischarten gehören einfach zur Natur und zu einem intakten Gewässerbestand." Außerdem bezuschusse der Fischereiverband die Besatzkosten mit rund 50 Prozent. Ob das Hilfsprogramm seinen Zweck erfüllt, zeigt sich erst in zwei bis drei Jahren.
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