Alles mit Pfiff: Riedener Georgskirche und Bärenwirt geben Geheimnisse preis
Turm ist schon mal eingestürzt

Nicht nur an der Decke bietet die Georgs-Kirche Sehenswertes. Ortsheimatpfleger Hubert Haas (am Ambo) führte in ihre Geschichte ein. Bild: sön

Es war die 70. Veranstaltung in den 13 Jahren, seit die Reihe "Kirche & Wirtshaus mit Pfiff" existiert. Das verriet Kreisheimatpfleger Dieter Dörner, bevor der Besuch in der St.-Georgs-Kirche und im Landgasthof "Zum Bärenwirt" die Saison eröffnete.

"Man kann davon ausgehen, dass die Georgs-Kirche um das Jahr 1150 erbaut wurde und vielleicht eine Vorgängerkirche aus Holz ersetzte", erläuterte Ortsheimatpfleger Hubert Haas. Bei Renovierungsarbeiten im Jahr 1980 sei der Putz bis auf drei Meter Höhe abgeschlagen worden, habe den Blick auf das Mauerwerk freigegeben, "das im Bereich des Langhauses aus mittelformatigen, lagig versetzten Steinquadern besteht".

Über dem heutigen Eingang habe sich ursprünglich der über eine Holztreppe erreichbare Zugang zu einer für den Ortsadel bestimmten Empore befunden. Das Portal sei an der Südseite gewesen. 1471 sei die Kirche in sehr schlechtem baulichen Zustand gewesen, weshalb der Chorturm einstürzte. Die Kirche wurde mit Poligonalchor wiederaufgebaut, der Turm mit Sakristei im Untergeschoss als Flankenturm angebaut, der Haupteingang an die hintere Seite (zur Vils hin) verlegt. Vom Ende des Zweiten Weltkriegs bis 1958 diente die Kirche den evangelischen Christen als Gotteshaus. Nun wird sie laut Haas nur noch zur Feier des Patroziniums am 24. April genutzt.

Brotzeiten und eine Halbe, aber als "Pfiff" auch kostenlos "Süßes vom Suserl" gab es für die 60 Teilnehmer im Landgasthof Bärenwirt, wo laut einer Kirchenrechnung bereits 1701 ein von Leonhard Gartner geführtes Gasthaus bestand, wie Wirt Erhard Richthammer darlegte. Er zeigte die Ahnenreihe weiter auf bis hin zu Georg Gartner, der 1850 die Ledererstochter Walburga Stetner aus Rieden heiratete. 1865 ertrank er in der Vils beim Affinghof (heute Aufheim).

Seit 1972 hinter der Theke

Da er keinen Sohn hinterließ, erbte das Anwesen seine Tochter Margarete, die 1872 den Adertshausener Josef Platzer ehelichte. 1897 heiratete deren Tochter Barbara Platzer (der männliche Nachkomme war jung verstorben) den Landwirtssohn Erhard Richthammer aus Wolfsbach - "meinen Großvater". Sie betrieben das Wirtshaus bis zur Übergabe an ihren 1906 geborenen Sohn Richard (verheiratet mit Maria Steinbauer aus Untersdorf) im Jahr 1946. Von ihm habe er, so Erhard Richthammer, das Gasthaus 1972 übernommen. 1985 heiratete er. Seine Frau Hildegard sei Köchin. Tochter Susanne, die jetzige Besitzerin, habe Hotelfachfrau und Köchin gelernt und führe das Gasthaus als Familienbetrieb.
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