Alles unter Dach und Fach

Die Emmausklause auf dem Eixlberg geht im Zuge eines Erbbaurechtsvertrages mit der Kirchenstiftung in die Verantwortung des OWV über. Damit ist auch grünes Licht für die vorgesehene Dachsanierung gegeben. Bild: hm

Der Wald- und Verschönerungsverein nimmt viel Geld in die Hand, um das Dach der Emmausklause zu erneuern. Vorher waren die Eigentumsverhältnisse zu klären.

Pfreimd. (hm) Seit 40 Jahren steht die ehemalige Eremitenklause auf dem Eixlberg unter der Obhut des Wald- und Verschönerungsvereins. Das frühere Mesnerhaus, das sich seit 1639 nachweisen lässt, diente auch etlichen Eremiten als Wohnstatt. Der letzte Eremit war Frater Josef Plaschko, der von 1975 bis 1978 dort seinen Dienst versah. Zur gleichen Zeit vollzog sich in der Nutzung des Gebäudes eine markante Veränderung. Am Ostermontag des Jahres 1975 konnte der Waldverein nach monatelanger Arbeit die zu einem Wanderstützpunkt des OWV umfunktionierten Räume im Erdgeschoss seiner Bestimmung übergeben. Im Einvernehmen mit der Katholischen Kirchenstiftung als Eigentümer hatten viele fleißige Helfer neue Fußböden verlegt, Kachelofen und Sitzbänke eingebaut und die Räume auf Vordermann gebracht. Das Wanderheim erhielt die Bezeichnung "Emmausklause".

Klare Eigentumsverhältnisse

Auf der Grundlage immer wieder verlängerter Pachtverträge bewirtschaftete der Waldverein die Klause und nahm im Laufe von vier Jahrzehnten umfassende Renovierungen und Verbesserungen vor. Die jetzt anstehende notwendige Erneuerung der Dacheindeckung, verbunden mit weiteren Sanierungsmaßnahmen, deren Kosten im fünfstelligen Bereich liegen, nahm die Vorstandschaft zum Anlass, hinsichtlich der künftigen Eigentumsverhältnisse mit der Katholischen Kirchenstiftung in Verhandlungen einzutreten. Es war verständlich, dass eine derart kostenträchtige Sanierungsmaßnahme nur dann vom Waldverein finanziert werden können, wenn die Eigentumsverhältnisse geklärt waren.

Langwierige Verhandlungen mit der Bischöflichen Finanzkammer und der Kirchenstiftung, in deren Besitz sich das Gebäude befindet, konnten nun erfolgreich zum Abschluss gebracht werden. In der Jahreshauptversammlung am Samstag brachte es Vorsitzender Josef Hösl auf den Punkt, als er die Abstimmung über den Abschluss eines notariellen Erbbaurechtsvertrages als Meilenstein in der Geschichte des Waldvereins bezeichnete. Einstimmig gab die Versammlung dem Vorsitzenden die Ermächtigung, bei der notariellen Beurkundung den Vertrag mit der Kirchenstiftung zu unterzeichnen. Vorausgegangen war dem Votum die Erläuterung der wichtigsten Vertragsbestimmungen. Demzufolge wird aus dem Grundstücks-Areal der Sankt-Barbara-Kirche auf dem Eixlberg eine Teilfläche von 1700 Quadratmeter heraus gemessen. Dabei handelt es sich um den Bereich der Emmausklause mit Nebengebäuden und einem entsprechenden Umgriff. Der Vertrag hat eine Laufzeit von 99 Jahren und sieht neben einer einmaligen Ablösesumme für das Gebäude einen jährlichen Erbpachtzins im dreistelligen Bereich vor. Hösl wies ausdrücklich auf die vorbildliche Unterstützung von Stadtpfarrer P. Dr. Xavier Parambi und der Mitglieder der Kirchenverwaltung in den schwierigen Vertragsverhandlungen hin. In seinem Ausblick kündigte er für den 7. April 2015 bereits den Baubeginn der Dachsanierung an. Kassenverwalter Gerhard Stöckl konnte in seinem Kassenbericht bereits auf etliche Spendeneingänge für dieses große Bauprojekt verweisen.

Eigene Satzung

Der vorgesehene notarielle Vertragsabschluss und die Absicht, sich um die Erteilung von steuerbegünstigten Spendenbescheinigungen zu bemühen, waren auch Anlass, sich eine eigene Vereinssatzung zu geben und auch den Verein als "e.V." in das Vereinsregister des zuständigen Amtsgerichtes eintragen zu lassen.
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