Alles Wurst und voll Banane

Bananenkostüme waren beim Weiberfasching in Moosbach der Renner. Der Herr von heute geht auch schon mal als Frau. Bild: esc

Weiberfasching und alles voller Männer - in Moosbach steht die Welt Kopf. Dabei haben die Männer keine Mühen gescheut, sich beim "Naschen Pfinsta" unauffällig unter die Frauen zu mischen.

Moosbach. Tolle Beine, schlanke Taillen und einen Gang auf hohen Hacken: Da könnte man - äh frau - ja fast ein bisschen neidisch werden. Frauen mit stark behaarten Beinen, Brusthaaren und sogar Bärten haben sich in Moosbach unter das Weibsvolk gemischt. Einer hübscher als die andere. Egal ob in Dirndl, Abendkleid, Minirock oder Oma-Schürze - die Männer machen eine gute Figur.

Dank der Grand-Prix-Siegerin Conchita Wurst traut Mann sich jetzt auch, seine weibliche Seite voll auszuleben. Mit Schwung werfen sie ihre lange Mähne aus dem Gesicht und haben an Rouge und Lippenstift nicht gespart. Haarbänder, Ohrringe, Ketten und Ringe schmücken die herausgeputzten Schönheiten, äh Damen. Und noch etwas: Frau trägt jetzt offenbar einen gepflegten Drei-Tage-Bart.

Ganzkörper-Kostüme

Gesunde Ernährung ist bei den jungen Leuten derzeit allem Anschein nach hoch im Kurs: Überall tummeln sich als Bananen verkleidete Frauen. Und wie sollte es anders sein - auch Männer. Die Gruppe "Stormclan" aus Moosbach ist mit ihren Ganzkörper-Bananenkostümen in jeder Kneipe, auf jeder Tanzfläche und auf dem Marktplatz der Hingucker.

Wer nicht als Banane oder Frau verkleidet ist, macht sich zum Affen. Ob in klassischem Schwarz, mutigem Grün oder auffälligem Blau - der Gorilla von heute darf beim Weiberfasching nicht fehlen. Überhaupt stehen Tiere ganz hoch im Kurs. Ob Nilpferd, Schwein, Zebra oder Kuh - bei der Kälte draußen waren diese Ganzkörperkostüme nicht nur originell, sondern vor allem praktisch. Für drinnen aber eher nicht empfehlenswert: "Ich muss mal raus und frische Luft schnappen, sonst geh ich noch ein", verlautete es da aus dem ein oder anderen Nilpferd-Maul.

Je dunkler die Nacht, desto unheimlicher die Kostüme: Von der Horrorbraut über Skelette bis hin zum blutigen Schneewittchen waren der Fantasie keine Grenzen gesetzt. Dagegen schienen Hexen oder Teufelchen harmlos. Noch dazu, wenn sie in Begleitung eines Engels waren. Mit Lichtshow, Nebelmaschine und zwei Bars war den Glücksbärchis eine volle Tanzfläche sicher. Im Hof des Gasthauses Roter Ochse trafen zum Beispiel Hirsche mit dem Nikolaus zusammen, Hühner tanzten mit dem Wolf und Polizisten mit Gefangenen. An Fasching ist halt alles möglich.

Überhaupt ging es beim Weiberfasching ruhig zu, bestätigt auch Martin Zehent. Bis Freitagmorgen um halb sechs war der Polizeidienststellenleiter von Vohenstrauß unterwegs. Sein Resümee: "Es war eine feucht-fröhliche, gut besuchte, friedliche Veranstaltung." Zwar gab es um kurz nach Mitternacht bereits die ersten beiden Alkoholleichen, von denen eine schon bewusstlos war. "Ein Mädchen haben wir abseits im Gelände nur durch Zufall gefunden", erzählt Zehent am Tag danach. Abgesehen von kleinen Reibereien "hat es aber nichts Größeres gegeben", zeigt sich der Polizeihauptkommissar mit dem Verlauf des "Naschen Pfinsta" zufrieden.

Um Mitternacht sind Zehent und seine Kollegen "ganz bewusst durchgegangen und haben uns sehen lassen". Ab zwei Uhr nachts dann aber nicht mehr, "weil da die Kommentare der Betrunkenen immer besser werden", lacht Zehent. Da habe es dann schöne Geschichten gegeben: "Das ist ja eine tolle Verkleidung" und "Ist die echt?" seien die Fragen, die die Gäste der späteren Stunden den Beamten stellten.

Noch bis in den Freitagvormittag hinein haben die Feierwütigen in Moosbach den Fasching genossen. Deswegen blieben die Straßensperren auch noch länger stehen. Ursprünglich sollten die Straßen ab sieben Uhr wieder frei sein. Weil aber noch so viele Kostümierte unterwegs waren, "haben wir die Sperren noch länger gelassen". Am Freitag Vormittag haben die Polizeibeamten dann noch zwei "aufgegabelt zum Ausnüchtern".

4000 Besucher

Etwa 4000 Faschingsfreunde waren laut Zehent in Moosbach unterwegs. Logisch, dass da der Marktplatz, die Gaststätten und die Keller voll waren. Lange Schlangen bildeten sich am Einlass vor den Gasthäusern. Das tat der ausgelassenen Stimmung aber keinen Abbruch. Wer nicht gleich rein kam, nutzte die Gelegenheit für einen Plausch mit dem Nachbarn. Durch Schleusengitter trennten die Veranstalter in diesem Jahr erstmals den Ein- und Ausgangsbereich. "Das hat sich absolut bewährt", sagte Zehent am Freitag. Der guten Zusammenarbeit zwischen der Gemeinde, der Polizei und des Sicherheitsdienstes sei es zu danken, dass der Weiberfasching so reibungslos über die Bühne ging.


Weiberfasching und alles voller Männer - dabei hat das"starke Geschlech" keine Mühen gescheut, sich beim Naschen Pinsta unauffällig unter die Frauen zu mischen. Bilder von Elisabeth Schätzler
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