Alpenrock vor "Sierra Madre"

Ausdrucksstark und überzeugend: Schürzenjäger-Sänger Stevy Wilhelm war auch für die Interaktion mit dem Publikum zuständig und zeigte den Oberpfälzern wo die Hände hingehören: Nach oben. Bilder: bgm (2)

Die Tiroler präsentierten sich in der "O'Schnitt"-Halle vielseitig - mal rockig, mal zum Schunkeln und zwischendrin eine Ballade. Deutliche Unterschiede zu der ursprünglichen Formation "Zillertaler Schürzenjäger" gibt es aber trotzdem.

Weit und breit Fröhlichkeit vom ersten Stück bis zur vehement geforderten Zugabe - die im Titel "Schürzenjägerzeit" besungene gute Stimmung hielt während des ganzen dreieinhalbstündigen Auftritts an. 2007 hatte sich die Zillertaler Band aufgelöst. Noch im selben Jahr gründeten Alfred Eberharter senior und junior, zwei der ehemaligen Bandmitglieder, die "Hey Mann! Band".

Seit 2011 darf sich die sechsköpfige Formation aus Österreich wieder offiziell "Schürzenjäger" nennen. Es fällt schwer, ihre Musik einer bestimmten Richtung zuzuordnen. "Ich hab mir mehr Volksmusik vorgestellt. Aber das war es nicht", sagte Karina aus Waldthurn, die die Band zuvor noch nicht live gehört hatte.

Ganz anders ihre Begleiter: Andi aus Spielberg ist ein eingefleischter "Schürzenjäger"-Fan. "Ich kenn' die schon seit ich sieben bin. Ich habe alle Singles daheim. Andi, der den Abend nutzte, um in seinen 26. Geburtstag hineinzufeiern, musste nur ein bisschen rumfragen, und schon hatte er 18 Bekannte für den Abend in Wurz gewonnen.

Klaus, ebenfalls aus Spielberg und wie die ganze Gruppe mit Lederhose und Karohemd gekleidet, vermisste ein wenig die "Schürzenjäger" in ihrer alten Besetzung . "Es ist ein bisschen zu rockig. Früher war es eher Alpenrock." Und auch mit dem Kleidungsstil der Protagonisten kann er sich nicht recht anfreunden: "Die sind schwarz angezogen wie eine Heavy Metal Gruppe."

In der Tat würden die Tiroler mit ihren langen schwarzen Haaren auch in der Head-Banger-Szene nicht auffallen. Die Gruppe selbst bezeichnet den Musikstil auf ihrer Homepage als "erfrischende Mischung aus moderner Volksmusik und anderen Stilelementen wie Rock, Country und Blues".

Richtig harte Töne gab Schlagzeuger und Bandleader Alfred Eberharter junior von sich. In der zweiten Hälfte des Auftritts begeisterte er das Publikum mit einem durchdringenden Drum-Solo. Die Fans applaudierten frenetisch.

Und dennoch: So richtig kamen die Gäste vor allem bei den älteren Stücken in Fahrt. Etwa beim "Zillertaler Hochzeitsmarsch" oder bei "Glory - Hallelujah", ein Stück "für unsere Bikerfreunde", wie es Sänger Stevy Wilhelm ankündigte. Auch ein Rockmedley mit "Lola", "Sweet home Alabama", "Highway to hell" und "Smoke on the water" kam gut an.

Spätestens bei "Sierra Madre" drängten sich die allermeisten der rund 700 Gäste auf der Tanzfläche, schwenkten Feuerzeuge und Leuchtstäbe. Vollauf begeistert war Marcus Fritsch, der mit seinen Männern vom Sicherheitsdienst Fri-Sec die Veranstaltung betreute. "Die sind ganz human, haben wenig Starallüren. Bei der Sicherheitsanalyse haben sie sich schon im Vorfeld für unsere Arbeit bedankt."

Und auch Karina aus Waldthurn zog ein positives Resümee: "Gut wars! Cool! Ich würd' jederzeit wiederkommen, wenn sie in der Nähe sind."
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