Alpine Gefühle am Hausberg

Ein Klangerlebnis der besonderen Art boten die Alphornbläser aus den Reihen der Jagdhorngruppe Auerbach. Weit ins Land schallten die Töne und boten zu wunderbaren Aussicht vom Gottvaterberg einen Hochgenuss. Bild: swt

Ein passender Dreiklang erfüllte zum Dreifaltigkeitsfest am Gottvaterberg den Hausberg der Auerbacher. Vor dem kleinen Kirchlein lobten erstmals Alphornbläser die Ehre Gottes und schufen damit ein besonderes akustisches Erlebnis der Gottesdienstbesucher unter freiem Himmel.

Vor der grandiosen Aussicht auf die weiten Ebenen des Veldensteiner Forstes hatten Roland Schleicher, Dieter Möller und Eberhard Wild erstmals die Gelegenheit ergriffen, ihre Instrumente zu präsentieren, die sonst eher in Gebirgsregionen zu finden sind. Hornmeister Wild, der seit vier Jahren das vier Meter lange Holzinstrument bläst, hat sich hier oben vor einiger Zeit mit seinen Jägerkameraden Dieter Möller und Roland Schleicher zum Üben getroffen. Möller spielt das Instrument seit zwei Jahren, neu im Bund ist Schleicher, der seit rund drei Monaten übt.

Gemeinsam geprobt

Alle sind seit Jahren aktiv bei den Jagdhornbläsern. Grundsätzlich ist das Instrument Alphorn ähnlich zu blasen wie ein Jagdhorn, erzählt Schleicher. Der Neuhauser Hornmeister hat ihm die ersten Töne beigebracht. Zum gemeinsamen Üben trafen sie sich unter anderem eben auch vor der kleinen Kirche am Gottvaterberg. "Es klingt natürlich schöner in freier Natur als in einem geschlossenen Raum", sagt Schleicher. Zufällig kam Willy Heberl vorbei, der mit seinen Kollegen von den Gottvaterbergfreunden das Kirchlein pflegt und betreut. Er war von der Musik so begeistert, dass er Möller spontan bat, die Messe anlässlich des Dreifaltigkeitsfestes zu begleiten.

"Er hat nicht locker gelassen", schmunzelt Möller. "Wir haben vorher aber noch nie in der Öffentlichkeit gespielt." Deshalb übten die drei Bläser in den letzten Wochen intensiv, trafen sich zwei bis drei Mal in der Woche zum gemeinsamen Einstudieren der Lieder. "Ein Alphorn allein klingt nicht, zwei schon eher, aber der typische Dreiklang ist am schönsten", betont Schleicher weiter.

Bei gutem Wind sind die Instrumente bis weit in die Stadt hinein zu hören. Am Sonntag blies es allerdings vorwiegend aus Westen, und so kamen vor allem die Kirchenbesucher in den Genuss der Alphörner.

Alle waren sich einig, dass dies hoffentlich nicht der letzte Auftritt gewesen ist. Begleitet wurde die Messe übrigens auch vom Bläsercorps der Jägerkameradschaft Auerbach. Dr. Josef Zerndl, Regionaldekan aus Bayreuth, zelebrierte den Festgottesdienst unter freiem Himmel und beendete gleichzeitig die Gebetsstaffel um geistliche Berufe im Dekanat Auerbach.

Zünftiger Frühschoppen

Nach dem Gottesdienst ging es unter die großen Linden rund um die Kirche, wo sich Alt und Jung zu Kaffee und Kuchen oder einem zünftigen Frühschoppen trafen. Eine Andacht am Nachmittag rundete das Gottvaterbergfest ab.
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