Als Christ Mut zeigen

Die Sodalen aus dem Bezirk Naab-Regen mit Monsignore Thomas Schmid (Mitte), Bezirkspräses Adolf Schöls (rechts) und Pfarrpräses Stanislaw Warszewski. Bild: heg

Seit 450 Jahren gibt es die Marianische Männerkongregation (MMC), eine Gemeinschaft, die sich für das Allgemeinwohl einsetzt und in schweren Zeiten zusammensteht. Beim Bezirkskonvent wurde appelliert, auch künftig "Flagge zu zeigen".

Diese von Jesuitenpater Jean Leunis im Jahre 1563 ins Leben gerufene kirchliche Vereinigung hatte viele Höhen und Tiefen. Die Mitglieder nennen sich Sodalen und legen eine Lebensweihe an die Gottesmutter Maria ab. Zentralpräses Monsignore Thomas Schmid hielt den Gottesdienst und segnete eingangs den von den Frauen herrlich geschmückten Erntedankaltar in der Pfarrkirche. Bezirkspräses und Stadtpfarrer aus Nittenau, Adolf Schöls sowie Pfarrpräses Stanislaw Warszewski konzelebrierten. Schmid ist seit sieben Jahren Zentralpräses, war 14 Jahre Pfarrer in Bernhardswald und anschließend Sozialpfarrer der Diözese Regensburg.

In seiner Predigt berichtete Monsignore Schmid von einem Kind, das er weder als Flüchtlings- noch Asylkind bezeichnen wollte. Er habe dieses Kind gesehen und gespürt, nicht genügend getan zu haben, um in diesen Tagen den hilfesuchenden Menschen zu helfen. "Kämpft als christliche Männer darum, Hilfesuchenden zu helfen, egal welcher Herkunft", appellierte der Zentralpräses an die aus den Pfarreien Nittenau, Steinberg am See, Maxhütte, Ramspau, Kirchberg, Regenstauf, Zeitlarn und Fischbach gekommenen Sodalen.

"Ihr Männer müsst auf die Straße gehen und beweisen, was ihr als Christen bewegen könnt", so Schmid und weiter: "Die Welt wird immer verrückter und sät Unfrieden. Kämpfen wir mit den Waffen des Glaubens und stellen wir uns der Menschheit".

Die Meinung sagen

Im Anschluss traf sich die Gemeinschaft zum Konvent im Gasthaus Roidl. Der stellvertretende Obmann der MMC Fischbach, Gerhard Lang, hieß in Vertretung des erkrankten Obmanns Ludwig Hiltl die Obmänner aus dem Bezirk Naab-Regen willkommen. Dass es die MMC hierzulande noch gebe, sei vor allem Bischof Rudolf Graber zu verdanken, sagte Zentralpräses Schmid. Als Mitglied der MMC müsse man sich für den Frieden der Welt einsetzen und auch "Flagge" zeigen. Selbst Päpste wandten sich stets an die MMC mit Rückfragen. Man dürfe vor allem keine Angst davor haben, die Meinung zu sagen und seine Lebenserfahrungen weiter zu geben.

Maria als Vorbild

Schmid spricht mit Leidenschaft von "seiner MMC". Derzeitige Diskussionen mit all den Hilfesuchenden aus fremden Ländern erinnerten ihn stark an Erzählungen seiner ebenfalls vertriebenen Großeltern. Man müsse eigene Fehler in der Geschichte nicht wiederholen und dürfe als Christ nicht schweigen. Es könne nicht sein, dass man in Dörfern die Häuser lieber leer stehen lasse, anstatt derzeit dringend benötigte Unterkünfte anzubieten. Bezirkspräses Adolf Schöls sagte, dass die starken mentalen Angriffe auf die Kirche zwar teilweise berechtigt seien, aber in diesen Diskussionen gehe die Kernbotschaft Gottes auch verloren. "Die Gottesmutter Maria stand voll im Leben, sie hatte kein Zuckerschlecken, war selber Flüchtling und musste trotzdem durchhalten", so seine Botschaft an die Anwesenden. Pfarrpräses Stanislaw Warszewski schloss mit einer Gedenkminute für die verstorbenen Sodalen.
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