Als Experte für Keramik kann Pfarrer Klaus Haußmann Kunst von Kitsch unterscheiden
Omas Porzellan eine Fälschung?

Klaus Haußmann begutachtet eine Kanne aus der Zeit um 1865, ein frühes Stück im Stil des Japonismus, wie es damals große Mode war. Bild: e
Vorsichtig packte der Mann seine Fayencen aus und stellte sie auf den Tisch, um sie begutachten zu lassen. Die Fragen an den Ammerthaler Pfarrer Klaus Haußmann, eine Koryphäe in Sachen Keramik, Steingut, Porzellan und Glas, waren dann immer die gleichen: Wie alt ist das Stück? Ist das Porzellan der Oma Fälschung oder Original? Wo kommt es her? Was stellt das Stück genau dar?

Und schließlich: Welcher Preis wäre dafür zu erzielen, sofern man die Exponate überhaupt verkaufen würde? Die wenigsten der Interessenten haben das vor, aber dennoch hat es einen gewissen Reiz, zu erfahren, wie viel man dafür bekommen könnte. Im Kulturschloss in Theuern wurden die Antworten geliefert, nahm Haußmann die Schätze mit Expertenblick unter die Lupe. "Es waren interessante Kleinigkeiten dabei, aber auch herrliche Stücke aus Familienbesitz, es müssen ja nicht immer die Granaten sein", sagte er hinterher.

Die teuersten Stücke, die ihm in den gut drei Stunden vorgelegt wurden, waren ein Karaffe im Wert von 600 bis 800 Euro aus dem Jahr 1890 und eine Feinsteinzeug-Kanne mit romantischen Szenen aus der Oper "Die Meistersinger" (etwa 1890), für die rund 1000 Euro zu erzielen wären. "Kitsch oder Kunst?", das war die Frage; der Ablauf lehnte sich an die mittlerweile zur Kultserie avancierte Fernseh-Sendung "Kunst und Krempel" an: Die Interessenten werden aufgerufen, um dann vorsichtig ihre Stücke auszupacken. Freilich, nicht alles ist so alt, so wertvoll und so teuer, wie manche Besitzer meinen.
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