Als sie auf die Welt kam, tobten die Balkankriege, Ungarn gehörte noch zu Österreich und Deutschland war Kaiserreich. Man schrieb 1913, das Jahr, in dem im schlesischen Goldmannsdorf Hedwig Kischka das Licht der Welt erblickte.
Küken ist jetzt 101 Jahre alt

Pfarrer Gottfried Schubach (links) und Bürgermeister Erwin Geitner gratulierten gestern neben vielen anderen Riedenern und Vilshofenern Hedwig Kischka (sitzend) zu ihrem 101. Geburtstag. Bild: sön
(sön) Im Kreise von Freunden, Bekannten und Nachbarn feierte Hedwig Kischka gestern ihren 101. Geburtstag. Im Haus von Rita und Ernst Geck, von denen die Jubilarin liebevoll umsorgt wird, gratulierte zunächst Bürgermeister Erwin Geitner. Landrat Richard Reisinger ließ Grüße überbringen. Pfarrer Gottfried Schubach wünschte für den weiteren Lebensweg Gottes Segen.

Vertreterinnen des Frauenbunds gratulierten ebenso wie eine Abordnung des Vereins der Pfarrhaushälterinnen und gute Bekannte aus der alten Heimat. Zur besonderen Freude waren die Nichten Christine, Brigitte, Doris und Gabriele (München, Böblingen, Aalen und Görlitz) sowie Neffe Bernd (Nürnberg) gekommen.

Geboren wurde Hedwig Kischka am 7. November 1913 in Goldmannsdorf in Schlesien an der polnischen Grenze. 1920 zog die Familie in die Nähe von Breslau, wo ihre Eltern ein etwa 40 Tagewerk großes Anwesen mit Wassermühle erworben hatten. Nach dem Schulbesuch wurde die Jubilarin zwei Jahre an der Klosterschule in Trebnitz zur Pfarrhaushälterin und zur Klavierlehrerin ausgebildet. Ab 1934 führte sie mit ihrem Bruder Karl dessen Pfarrhaushalt.

Schwere Schicksalsschläge musste sie durch die Vertreibung 1945 aus der Heimat erleiden. Ihr Vater gilt noch immer als verschollen. Mit ihrer Mutter und ihrer Schwester Florentina kam Hedwig Kischka nach Guteneck im ehemaligen Landkreis Nabburg, wo ihr Bruder Karl seine erste Pfarrstelle in der Oberpfalz erhielt. 1951 wurde ihr Bruder Pfarrer in Wolfsbach, er verstarb 1964.

Als ihm Mutter Anna zwei Jahre später folgte, fanden die Schwestern Aufnahme im ehemaligen Vilshofener Mesnerhaus. Dort versorgte sich die Jubilarin nach dem Tod ihrer Schwester Florentine 1974 bis zu ihrem Umzug vor mehr als sieben Jahren ins Haus der Familie Geck selbst.

Unverwüstlich und überall mit dabei war die Jubilarin, wusste Veronika Edenharter vom Frauenbund über Hedwig Kischka zu erzählen. So sei sie immer aktiv bei den Turnerinnen gewesen, joggte bis zu ihrem 90. Lebensjahr und drehte ihre Kreise um den Fußballplatz. Sie gab zahlreichen Schülern Klavierunterricht, wirkte als Organistin und sang bis 2005 im Kirchenchor. Hedwig Kischka war eben "unser Hähnchen im Korb" erinnerte Edenharter an die Faschingszüge in Rieden, bei denen die Jubilarin als Maskottchen im Leiterwagerl mitzog - als munteres Küken verkleidet.
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