Alte Traditionen

Für viele Kartoffeln und alte Burgen war die Oberpfalz schon immer bekannt. Doch die Region hat viel mehr zu bieten - auch kulturell. Diese Erkenntnis war für den Ammerthaler Günter Moser der Anlass, ein eigenes Oberpfalz-Magazin zu kreieren. Der Macher ist als Verlagsleiter mittlerweile im Ruhestand. Das Magazin gibt es noch immer und freut sich von Jahr zu Jahr steigender Beliebtheit.

Anfangs hatte der Herausgeber Sorge, dass es Probleme geben könnte, das Druckwerk alljährlich mit neuen interessanten Themen zu füllen. Doch diese Bedenken erwiesen sich als unbegründet. Der Buch- und Kunstverlag, in dem das Magazin erscheint, kann in der Oberpfalz aus dem Vollen schöpfen. Im Regierungsbezirk gibt es so viele bemerkenswerte Einrichtungen, Menschen und Traditionen, dass sich die Seiten fast von selbst füllen.

In diesem Jahr beleuchtet das Magazin zum Beispiel die Restaurierung der Cuntz-Orgel in der Regensburger Minoritenkirche, das 25-jährige Bestehen der Schäfflertanzgruppe in Neumarkt, das zehnte Krippenparadies der Plößberger Krippenschnitzer, den 200. Geburtstag des Amberger Illustrators Carl Stauber, die Fertigstellung der Umbauarbeiten in der Burg Falkenberg, den 25. Jahrestag des Beginns der KTB-Hauptbohrung bei Windischeschenbach, den Oberpfälzer Kulturtag im Kloster Speinshart, das Handwerkerjahr im Oberpfälzer Freilandmuseum Neusath-Perschen, die 1000-Jahr-Feier in Schwarzenfeld und viele andere besondere Ereignisse.

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Wie weit die Oberpfälzer Traditionen teilweise zurückreichen, zeigt ein Jubiläum, das die Bierbrauer von Neuhaus bei Windischeschenbach im Landkreis Neustadt/WN in diesem Jahr begehen. Ihr Zoiglrecht haben sie im Dezember des Jahres 1415 von Landgraf Johann III. von Leuchtenberg bekommen, also vor genau 600 Jahren. Das Braurecht ist damit rund 100 Jahre älter als das Bayerische Reinheitsgebot für Bier, das immerhin im Ruf steht, das älteste Lebensmittelgesetz der Welt zu sein.

Auch Passionsspiele haben sich in der Oberpfalz wieder etabliert. In Kemnath, Neumarkt und Tirschenreuth bereichern Aufführungen vom Leiden und Sterben Jesu mittlerweile alle paar Jahre den Terminkalender. 2015 sind wieder die Tirschenreuther an der Reihe. Rund 100 Mitwirkende holt Regisseur und Ideengeber Johannes Reitmeier bei acht Aufführungen (ab 14. März) auf die Bühne des Kettelerhauses. Das Besondere an den Spielen im Stiftland: Die Texte werden teilweise in Oberpfälzer Mundart gesprochen, die Inszenierung verzichtet auf Monumentalität und Massenaufzüge. Stattdessen erwartet die Besucher ein "kammerspielartiger, geradezu intimer Bilderbogen".

Im Juni, Juli und August steigen in vielen Oberpfälzer Orten Freiluftspiele: in Leuchtenberg, Parkstein und Neuhaus im Landkreis Neustadt/WN, in Bärnau im Landkreis Tirschenreuth, am Eulenberg bei Schönsee, in Neunburg und Oberviechtach im Landkreis Schwandorf, um nur einige zu nennen.

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Von-Rosenroth-Festspiele

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Diesmal ist auch wieder Sulzbach-Rosenberg unter den Spielorten. Dort stehen zum dritten Mal Knorr-von-Rosenroth-Festspiele auf dem Programm. Die Zuschauer erwartet ein geheimnisvolles Verwirrspiel. Erzählt wird die abenteuerliche Liebesgeschichte zwischen Fadil und Adibe, Mamsu und Nasima. Der Zuschauer darf gespannt sein, ob am Ende die Richtigen zueinanderfinden. Im Landkreis Amberg-Sulzbach wird heuer übrigens auch wieder ein Hirschauer Stückl eingeprobt. Der Titel lautet "Der Glockenkrieg auf oberpfälzisch". Im Wechsel mit dem Nordgautag veranstaltet der Oberpfälzer Kulturbund alle zwei Jahre einen Kulturtag. 2015 gehen die Verantwortlichen damit ins Kloster. Schauplatz des Ereignisses ist von Freitag, 12. Juni, bis Sonntag, 14. Juni, Speinshart. Thema sind die Klöster der Heimat. Prominente Rednerin ist Äbtissin Laetita Fech vom Kloster Waldsassen.

Im Dezember wird der beschauliche Marktflecken Plößberg erneut zum Paradies für Krippenfreunde. Die zehnte große Krippenschau steht im Kultursaal auf dem Programm. Erste Entwürfe für die Kulissen sind bereits fertig, die ersten Busreisen nach Plößberg schon gebucht.

Schöner, größer und umfangreicher präsentiert künftig das Amberger Stadtmuseum seinen Künstler Michael Mathias Prechtl. Der international anerkannte Porträtzeichner, Plakatkünstler und Buchillustrator erhält sein eigenes Kabinett, in dem der große Sohn der Stadt in all seinen Schaffensphasen gezeigt werden kann. Dies wird die umfangreichste Sammlung an Prechtl-Originalen in ganz Deutschland sein, freut man sich in Amberg bereits auf die bis Ende des Jahres geplante Eröffnung.
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