Altendorf das erste Pressath?

Und Pressath? "In diesem Namen hat sich ein altslavisches 'presaditi' erhalten, das so viel wie über- oder herübersetzen bedeuten kann", verriet Dr. Wolfgang Janka den über 50 Besuchern seines Vortrags. Dies lege nahe, dass eine Furt durch die Haidenaab namensgebend gewesen sein könnte.

Allerdings könne "presaditi" auch "umsetzen" heißen. Nicht ausschließen mochte er eine direkte Verbindung zwischen Pressath und Altendorf: "Der Namensbestandteil 'Alt-' oder 'Alten-' ist oft ein Fingerzeig darauf, dass eine Siedlung verlegt, eben umgesetzt wurde. Vielleicht ist Altendorf eine Vorläufersiedlung von Pressath?" Doch dies sei nur eine Vermutung. Schließlich stehe auch die Erklärung "umhegte Siedlung" zur Diskussion, da es das Wort "presada" im Sinne von "Umpflanzung" gebe.

Was die altdeutschen Ortsnamen rund um Pressath angehe, so fehlen laut Janka die frühesten Ortsnamentypen mit den Endungen -ing und -heim: "Das heißt, vor dem neunten Jahrhundert gab es hier keine bairische oder fränkische Besiedlung." Erst die im neunten bis zwölften Jahrhundert gängigen Namenstypen -bach, -berg und -dorf und das ab dem 11. Jahrhundert aufgekommene -reuth für Rodungssiedlungen treffe man hier an. Zu den ältesten deutschen Ortsbezeichnungen zähle Schwarzenbach, das seinen Namen im zehnten Jahrhundert erhalten habe, was sich auch mundartlich untermauern lasse. Troschelhammer habe noch im 15. Jahrhundert "Troschelmühle" geheißen, der Name leite sich von der Vogelart "Drossel" ab.

Einen Namenswechsel habe auch Zintlhammer erlebt, das bis ins 16. Jahrhundert als Sachsen- oder Sassenreuth bekannt gewesen sei: "Ursprünglich war der Ort nach dem Gründer benannt, der Sachse war oder Sahso hieß, später nach einer Familie Zindel oder Zintl." (bjp)
Weitere Beiträge zu den Themen: November 2015 (9608)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.