Altersdurchschnitt jetzt 46 Jahre

Immer mehr Schulen auf dem Land schließen, weil die Schülerzahlen stetig sinken. Dagegen setzt der Bürgermeister von Neukirchen, Winfried Franz, den Vorschlag, Klassenstärken flexibel zu gestalten.

Über aktuelle Entwicklungen in der Gemeinde Neukirchen berichtete 1. Bürgermeister Winfried Franz in vier Bürgerversammlungen. Die "Rundreise" führte nach Oberreinbach, Fromberg, Neukirchen und Fichtelbrunn.

Rund 2700 Menschen leben derzeit in der Gemeinde. Seit 2004 verlor sie rund 200 Einwohner. Der Aderlass traf vor allem den Hauptort Neukirchen, teilte der Bürgermeister mit. Kleinere Gemeindeteile wie Röckenricht, Holnstein und Büchelberg hielten ihren Stand relativ konstant.

Der Altersdurchschnitt der Gemeindebürger stieg im gleichen Zeitraum von 42 auf 46 Jahre. Der Rückgang der Geburten macht den Schulen zu schaffen. Aktuell besuchen 98 Kinder - davon 68 aus Neukirchen und 30 aus Etzelwang - die vier Klassen der Grundschule. An der Mittelschule Neukirchen-Königstein werden 115 Kinder aus den Gemeinden Edelsfeld, Hirschbach, Königstein, Etzelwang und Neukirchen unterrichtet. Mit flexiblen Klassenstärken könnten Schulen erhalten werden, regte der Bürgermeister an.

Um Menschen am Ort zu halten, bemühe sich die Gemeinde um Baumöglichkeiten. 2014 flossen rund 1,8 Millionen Euro in Wohnhäuser und gewerbliche Projekte. Breiten Raum nahm die Kassenlage der Gemeinde ein. 2014 umfasst der Verwaltungshaushalt 4,3 Millionen Euro, während der Vermögenshaushalt mit 1,5 Millionen Euro abschließt.

Schlüsselzuweisung sinkt

"Wie beim Länderfinanzausgleich erhalten Gemeinden eine sogenannte Schlüsselzuweisung, die sich an ihrer Finanzkraft orientiert", erklärte Franz. Bei einer guten wirtschaftlichen Entwicklung falle die Summe geringer aus. So habe die Gemeinde Neukirchen 2013 noch über 900 000 Euro erhalten. Bis Mitte November 2014 waren es 690 000 Euro.

2014 bringt die Gewerbesteuer 300 000 Euro in den Gemeindesäckel. Außerdem füllen ihn der Einkommensteuer-Anteil von 1 Million Euro, Kanalbenutzungsgebühren 509 000 Euro, Wassergebühren 110 000 Euro (Neukirchen) und 41 000 Euro (Röckenricht) sowie die Grundsteuer mit 50 000 Euro (A) und 150 000 Euro (B).

2014 berappte Neukirchen eine Kreisumlage von 800 000 Euro. An die Schulverbände der Grundschule und Hauptschule flossen Umlagen von jeweils rund 100 000 Euro. Für den Unterhalt ihrer Straßen gab die Gemeinde 65 000 Euro aus. Darlehenszinsen summierten sich auf 155 000 Euro. Um den Haushalt auszugleichen, sei keine Neuverschuldung nötig gewesen.

Aktuell bewege sich der Schuldenstand bei 4,7 Millionen Euro. Pro Kopf entspreche das 1840 Euro. 2013 stand die Gemeinde noch mit mehr als 5 Millionen Euro in der Kreide, verwies Bürgermeister Franz auf den laufenden Schuldenabbau.

"Garantie für die Kirwa"

In einem Antrag an die Bürgerversammlung im Landgasthof "Zur Post" forderte die Kirwagemeinschaft eine Garantie, dass der Schotterplatz am Sportgelände auch künftig für die Kirchweih zur Verfügung steht. Hintergrund ist die bevorstehende Entscheidung, wo das neue Feuerwehrhaus gebaut wird. Der Gemeinderat wird sich damit beschäftigen.
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