Am dunklen Mondrand

Der Saturn verschwindet im Oktober vorübergehend hinter dem Mond. Den Moment der Bedeckung können Amateure mit dem Fernglas beobachten. Der Sternenhimmel im Oktober lässt auch einen Blick auf einen Giganten in der kosmischen Nachbarschaft zu.

Der Herbst macht sich im Oktober auch am Sternenhimmel deutlich bemerkbar. Zwar sieht man noch hoch im Südwesten das Sommerdreieck mit Wega, Deneb und Atair, wobei Deneb noch recht zenitnah steht. Doch in Südrichtung und am Osthimmel nehmen die Herbststernbilder ihren Platz ein. Im Zenit hält sich die Kassiopeia auf, eine leicht zu erkennende Sternenfigur, die wie ein großes "W" aussieht - man spricht deshalb auch vom "Himmels-W". Der Große Wagen steht knapp über dem Nordhorizont und kann leicht durch Häuser, Bäume oder Berge verdeckt werden.

Das Sternenquadrat des Pegasus hat den Meridian erreicht. Das markante Sternenviereck ist leicht zu entdecken. Man nennt es auch Herbstviereck, weil es die Jahreszeit am Sternenhimmel andeutet. Der Sage nach ist der Pegasus ein geflügeltes Pferd, das dem sterbenden Leib der grauenvollen Medusa entsprungen ist. Den Dichtern verhilft der Pegasus zu ihren Gedankenflügen. An das Pegasusquadrat schließt sich die Sternenkette der Andromeda an. Bei dunkler Nacht und guter Sicht erkennt man ein schwach leuchtendes Lichtfleckchen im Sternbild der Andromeda. Es handelt sich dabei um unsere Nachbarmilchstraße M31 in knapp drei Millionen Lichtjahren Entfernung. Mit rund 500 Milliarden Sonnen ist die Andromeda-Galaxie sogar größer als unsere Milchstraße.

Neben dem Sternbild Andromeda nimmt der Perseus seinen Platz ein, während das Sternbild Kepheus zwischen Zenit und Polarstern zu finden ist. Südlich der Andromeda stößt man auf das kleine Bild des Widders. Zwar setzt es sich nur aus drei hellen Sternen zusammen, ist aber leicht zu entdecken. Im Osten ist der Stier mit seinem roten Hauptstern Aldebaran und den beiden offenen Sternhaufen Hyaden und Plejaden aufgegangen. Die beiden Planeten Mars und Saturn können noch am frühen Abendhimmel tief im Südwesten erspäht werden. Saturn gibt dabei seine Abschiedsvorstellung und wird Ende Oktober unsichtbar. Am 25. kommt es zu einem interessanten Himmelsereignis: Der Mond bedeckt den Ringplaneten. Dies passiert zwar zum elften Mal in diesem Jahr, allerdings erstmals am mitteleuropäischen Nachthimmel.

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Der Mond zeigt eine extrem schmale Sichel, Saturn verschwindet an seinem dunklen Rand. Die Eintrittszeiten variieren ortsabhängig um wenige Minuten. Für München etwa ist das Ereignis für 18.25 Uhr vorausberechnet. Zu dieser Zeit ist es noch hell, da die Sonne erst zehn Minuten vorher untergegangen ist. Der Austritt bleibt unbeobachtbar, da Saturn untergeht, bevor er hinter dem Mond wieder hervortritt. Um Saturn zu erkennen, ist ein lichtstarkes Fernglas empfehlenswert.

Mars ist noch am Südwesthimmel in den frühen Morgenstunden sichtbar. Er eilt durch den Schlangenträger und wechselt am 21. in das Sternbild Schütze. Jupiter ist Planet der zweiten Nachthälfte. Zur Monatsmitte überschreitet er die Grenze vom Sternbild Krebs zum Löwen und steuert auf seinen Hauptstern Regulus zu. Die Sonne läuft den gesamten Oktober durch das Sternbild Jungfrau, wobei sie zur Monatsmitte den Jungfrauhauptstern Spica ein wenig nördlich passiert. Am 31. verlässt sie das Sternbild Jungfrau und wechselt in das Sternbild Waage. Am 23. Oktober tritt die Sonne in das Tierkreiszeichen Skorpion. Die Mittagshöhe der Sonne nimmt um elf Grad ab, die Tageslänge schrumpft - in Hamburg um zwei Stunden und drei Minuten und in München um eine Stunde und 40 Minuten. Am Sonntag, 26. Oktober, endet die Sommerzeit.
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