Am Kartoffelfeuer

Kartoffel waschen und dämpfen - daran hatten vor allem die Kinder ihren Spaß. Bild: ral

Das unfreundliche Wetter hielt die Besucher nicht ab: Sie wollten dabei sein, wenn im Freilandmuseum Neusath Kartoffeln geerntet werden. Immerhin kamen rund 1000 Gäste.

Nabburg-Neusath. (ral) Wie wichtig die Kartoffel für die Ernährung ist, wurde am Sonntag ganz deutlich. Das Freilandmuseum hat die Kartoffelernte fest ins Jahresprogramm integriert, um die kulturgeschichtliche Bedeutung der Erdäpfel ins rechte Licht zu rücken. Im Mittelpunkt stand am Wochenende die Feldarbeit. Dabei wurden die in früherer Zeit üblichen Erntearten gezeigt, entweder mit dem "Kraal", einer gebogenen Gabel mit der die Kartoffeln ausgegraben und dann mit dem gesamten Stock herausgezogen wurden. Etwas automatischer lief die Ernte mit dem Roder ab, vor dem die Pferde gespannt wurden.

In Mieten gelagert

Die Kartoffeln mussten auch entsprechend gelagert werden: Da der Platz im Hof oft nicht ausreichte, wurden auf dem Feld sogenannte Kartoffelmieten angelegt. Dort wurden die Kartoffel - entsprechend geschützt - aufgehäuft vergraben. Früher konnte man die Mieten auf vielen Feldern sehen, heute sind sie völlig aus der Kulturlandschaft verschwunden. Natürlich gehört zur Ernte früher das Kartoffelfeuer: Die verdorrten Stängel wurden verbrannt und in der Glut Kartoffeln geröstet. Die Kartoffel hatte früher einen viel höheren Stellenwert, war sie doch das Hauptnahrungsmittel. Im Matzhof wurden die Erdäpfel gewaschen und gedämpft. Jeder, der Appetit hatte, konnte sich eine heiße Kartoffel schälen und verzehren.

Die Kinder übten sich im Denkenbauernhof-Stall unter der Anleitung von Maria Näßl im Kartoffeldruck. Die Mädchen und Buben waren begeistert bei der Sache. Und am Ende durften sie ihre Eigenkreationen mit nach Hause nehmen. Rund um die Kartoffel gab es für die Erwachsenen Vorführungen und Infos über ein gesundes Grundnahrungsmittel. In einer Sonderführung widmete sich Irene Ehemann dem Thema. Gartenexpertin Bettina Kraus gab zudem in zwei halbstündigen Exkursionen einen Einblick in alte Gemüsesorten.

Die Besucher kamen aus dem gesamten nordbayerischen Raum nach Neusath. Das gute Programm hat sich herum gesprochen.
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