Am Parkstein Spuren hinterlassen

Harald Dippel ist ein echter Rheinländer. Aber der Heimerzheimer kennt sich in der Geschichte der nördlichen Oberpfalz so gut aus, wie kaum ein anderer. Der begeisterte Ahnenforscher deckte auch die große Bedeutung seiner Familie für Parkstein auf.

Pressath/Parkstein.(is) Im vergangenen Jahr hatte Dippel das erste Exemplar einer Familienchronik an den Heimatpflegebund übergeben. Am Wochenende erhielt Parksteins Bürgermeisterin Tanja Schiffmann eine Ausgabe. Der am 26. Dezember 1832 in Parkstein geborene Josef Dippel und dessen Bruder Michael Dippel, geboren am 27. September 1839 waren Urenkel des Pressather Schreinermeisters Johannes Dippel und der Pressatherin Maria Katharina Wiedenhöfer. Mit dieser Ehe entstand der Zweig der sogenannten "Wiederer" (von Wiedenhöfer).

Später hat das Wiederer in "Wienerer" abgeschliffen. Im alten Pressath gab es unter anderem den "Wien Sepp", den "Wien Konrad" und die "Wien-Schneider". Der Großvater von Pfarrer Josef Dippel, Wolfgang Paul Dippel, heiratete 1779 die Parksteinerin Anna Steinhauser und ließ sich in Parkstein, Haus Nummer 92, als Schneidermeister nieder.

Sohn Johannes, Vater von Josef, heiratete die Parksteinerin Eleonore Dörferl und arbeitete ebenfalls als Schneidermeister in Parkstein. Josef Dippel wurde 1857 zum Priester geweiht. Von 1862 bis 1866 war er Kooperator in Beidl und hinterließ mit dem Büchlein "Kurze Geschichte der katholischen Pfarrei Beidl" eine Ortsgeschichte, die noch heute relevant ist. Nach seiner Tätigkeit in Beidl folgten Stationen in Wurz, Kastl, Schlammersdorf und Eschenbach. Nach der Tätigkeit als Benefiziat in Grafenwöhr (1871) wurde Josef Dippel 1876 Pfarrer in Neunkirchen bei Weiden. Auch dort schrieb er eine Chronik.

1894 kaufte Pfarrer Dippel das Hahn-Anwesen in Parkstein, um auf dem Grundstück ein Benefizium zu errichten. Zwischen 1899 und 1901 wurde das Gebäude vollendet, 1906 wurde der Bau um das angrenzende landwirtschaftliche Anwesen erweitert. Der Benefiziat Joseph Dippel wohnte von November 1905 bis zum Tod am 31. März 1914 in diesem Haus. Den jüngeren Bruder des Pfarrers, Michael Dippel, verschlug es nach München. Er stiftete die nach ihm benannte Schwesternstiftung zu Parkstein. Aus dem Stiftungsvermögen wurde das Anwesen Nummer 73 erworben. Michael Dippel holte Franziskanerinnen nach Parkstein, wo sie von 1929 bis 1968 im Kindergarten und in der Krankenpflege tätig waren. Weil das Gebäude nur über wenig Wohnraum verfügte, wohnten die Schwestern ab 1928 im Benefizium. 1929 wurde das Benefizium den Franziskanerinnen als Schwesternstiftung überlassen. Dem Stiftungszweck folgend waren in dem Haus eine Krankenstation, eine Nähschule für Handarbeitsunterricht und ein Kindergarten untergebracht. Seit 1985 beherbergt das Gebäude die Pfarr- und Gemeindebücherei, die Gemeindeverwaltung, das Gemeindearchiv und einen Schulungsraum der Feuerwehr. Bürgermeisterin Schiffmann freute sich über diese Informationen zu ihrem Heimatort.

Harald Dippel nannte das Geschenk ein Zeichen des Danks der Familien Dippel an die Gemeinde, die eine Straße nach Pfarrer Josef Dippel benannt hat. Die Bürgermeisterin betonte, dass der Heimatverein Parkstein den Vorschlag gemacht hat.
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