Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten macht Laufstall für Milchvieh zum Jahresthema
Für Gesundheit und Wohlbefinden

Er hat schon Tradition, der Laufstalltag des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten. Gut 120 interessierte Landwirte begrüßte Behördenleiter Wolfgang Wenisch in der Gaststätte Petersklause. Der Leitende Landwirtschaftsdirektor gab zunächst einen kurzen Einblick in die Entwicklung der Milchbörse und den Milchmarkt. "Die sehr schlechten Milchpreise sollten sich ab Jahresmitte unbedingt verbessern."

Manfred Zintl von der Beratungsabteilung, der die Veranstaltung wieder in bewährter Manier organisiert hatte, stellte die einzelbetrieblichen Förderbedingungen für das Antragsjahr 2015 vor. Dabei nannte er vor allem Maßnahmen zur Verbesserung der Produktions- und Arbeitsbedingungen bei gleichzeitiger Berücksichtigung der besonders tiergerechten Haltung.

Bei der Premiumförderung für Milchkühe sei der Bau eines Auslaufes mit 1,5 Quadratmeter pro Milchkuh zwingend vorgeschrieben, um so das Wohlbefinden und die Gesundheit der Tiere zu fördern. Über das Thema "Arbeitswirtschaft im wachsenden Milchviehbetrieb" referierte Marion Höcht. Die Geschäftsführerin des Maschinenrings zeigte anhand einer Grafik auf, dass große Viehbestände schnell den arbeitswirtschaftlichen Rahmen des Familienbetriebes sprengen.

Bäuerinnen und Bauern arbeiten nach ihren Ausführungen oftmals mehr als 3500 Stunden pro Jahr. Folgen der Dauerbelastung seien unter anderem Müdigkeit, Konzentrationsmangel, Verschleiß und psychosomatische Erkrankungen. Um den Arbeitsanfall bewältigen zu können, seien das Auslagern von Betriebszweigen wie die Gülleausbringung, Ernte- und Silagearbeiten sowie das Füttern in Gemeinschaft oder über Lohnunternehmer möglich. Anhand praktischer Beispielen zeigte Höcht das jährliche Einsparpotential auf.

Gerhard Unger vom Landeskuratorium für tierische Veredelung in Bayreuth referierte über die Verbesserung der Haltungsbedingungen für Milchvieh in Anbinde- und Laufställen. Anhand speziell entwickelter Checklisten sei eine systematische Schwachstellen-Suche möglich. Durch das teilweise Entfernen der Stall-Außenwand komme mehr Licht und Luft in den Stall. Flexible Nackenbänder, eine nicht zu hohe Bugschwelle und eine weiche Liegefläche erhöhten bei den Milchkühen die Akzeptanz der Liegebuchten. Eine Sanierung der Laufflächen erhöhe die Trittsicherheit und vermindere die Rutschgefahr für die Tiere.

Am Nachmittag wurde der neugebaute Milchviehlaufstall der Familie Ludwig Rössler aus Naab bei Bärnau besichtigt. Die Familie hat sich für ein automatisches Fütterungs- und Melksystem entschieden. Durch den Einsatz dieser Technik ist es möglich die Arbeitswirtschaft bei größeren Beständen dauerhaft zu reduzieren. Die Haltung der Milchkühe in dem großzügigen Stall mit Spaltenboden, Hochbuchten und Gummiauflage tragen zum Wohlbefinden und zur Gesundheit der Tiere bei. Auch die am Stallbau beteiligten Firmen informierten die Besucher ausführlich.
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