Andere und sich selbst beglücken

Edeltraud Sollfrank referierte über das Thema "Das Ehrenamt im Wandel der Zeit". Bild: rgr

Ohne sie geht es nicht: Rund ein Drittel aller Deutschen ist aktiv und engagiert sich in einem Ehrenamt für andere - auch wenn diese Arbeit nicht in Euro entlohnt wird. Stattdessen gibt es Freundschaft, Ansehen, Anerkennung und menschliche Bildung.

Die stellvertretende Diözesanvorsitzende referierte beim KAB-Ortsverband im Gasthaus Schleicher über "Das Ehrenamt im Wandel der Zeit" und hob dabei dessen Bedeutung hervor. Neben ihrem ehrenamtlichen Engagement in der KAB ist Sollfrank auch Gemeinderätin sowie Mitglied im Pfarrgemeinderat und im katholischen Kirchenchor.

Die ehrenamtliche Tätigkeit wirke in alle Lebensbereiche hinein, sagte sie aus eigener Erfahrung heraus. Mit dem Dienst an der Gesellschaft tue der Einzelne aber auch etwas für sich selbst, ist sich Sollfrank sicher: "Er gibt seinem Leben zusätzliche Sinnerfüllung."

Männer mehr in der Politik

Laut Studien gebe es eine Dreiteilung der Gesellschaft, wonach sich ein Drittel nicht um seine Mitmenschen kümmere und das zweite Drittel aus Sympathisanten beziehungsweise passiven Mitgliedern in Vereinen bestehe. Das letzte Drittel sei "hochaktiv" und engagiere in der Gesellschaft, in Vereinen und für andere. Männer stünden vor allem in der Politik, im Sport und in der Unfallhilfe in ehrenamtlichen Leitungspositionen. Frauen engagierten sich mehr im sozialen Bereich, insbesondere in der Kirche.

Die Referentin ist sich sicher: "Kirche ohne Ehrenamt ist in keiner Weise vorstellbar." Aber auch manch andere Dienste könnten ohne Ehrenamtliche kaum existieren. Dazu zählen Kinderbetreuung, Caritas und Diakonie, Rotes Kreuz, Altenheime, Behinderteneinrichtungen, Sportvereine und vieles mehr.

Sollfrank führte einige Gründe auf, die für die Übernahme eines Ehrenamtes sprechen: neue Freunde finden, aktiv bleiben und von anderen gebraucht werden. "In der Hektik unserer Zeit ist es wichtig, anderen Menschen Zeit zu schenken", betonte die Rednerin. Dadurch könnten sich auch Begabungen entfalten und Chancen entstehen.

Auch mal "Nein" sagen

Aber es brauche auch den "Schutz der Gutmütigen", denen es schwer fällt, "Nein" zu sagen, und die so leicht Gefahr laufen, ausgenutzt zu werden. "Das Management des Bittens kann jederzeit abgeschlagen oder zurückgegeben werden. Besonders dann, wenn sich ein Burnout ankündigt", hob die stellvertretende KAB-Diözesanvorsitze hervor.

Der Begriff "Ehrenamt" sei aktuell auf dem Rückzug. Eine Befragung habe ergeben, dass 48 Prozent den Begriff "Freiwilligenarbeit" für ihr Engagement bevorzugen. Eine weitere gängige Bezeichnung sei "Projektarbeit". Erfreulich sei, dass sich 37 Prozent aller jungen Menschen engagieren. KAB-Teamsprecher Gerhard Mark bedankte sich bei Edeltraud Sollfrank für den Vortrag.
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