Angemerkt "Akte Hoeneß": Keine Biografie

Thilo Komma-Pöllath mag Uli Hoeneß nicht. Er mag den FC Bayern nicht. Er mag weder CSU noch CDU. Sein Buch "Die Akte Hoeneß" ist die persönliche Abrechnung eines Genossen. Das gibt er offen zu. Aber er zieht nicht nur Hoeneß zur Rechenschaft, den er seit Jahren intensiv begleitet. Er kritisiert die Wertigkeit des Fußballs. Und wie Verantwortliche sowie Politiker mit dem Sport umgehen und versuchen, ihn zu ihren Gunsten zu instrumentalisieren.

Komma-Pöllath benutzt den tiefen Fall eines "Potentaten", um auf dessen Rücken und mit dessen Namen eine persönliche Gesellschaftskritik an den Mann zu bringen. Inhaltlich gibt es kaum etwas auszusetzen. Die Geschichten und Einblicke werfen wahrlich kein gutes Bild auf den Sport und seine Unterstützer. Und Hoeneß? Der hat Fehler begangen, für die er bestraft wurde. Er hat eben nicht nur den FC Bayern München in den vergangenen Jahrzehnten zu einer Weltmarke geformt, sondern auch in krankhaften Dimensionen gezockt. Dafür "bezahlt" er nun. Aber den Verkauf eines gesellschaftskritischen Buches mit einem großen Namen pushen? Der Potentat Hoeneß kann das ab.

fabian.leeb@derneuetag.de
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