Angemerkt Beide Seitengefordert

Die Geschichte kennt durch die Jahrtausende Flucht und Vertreibung, doch daran "gewöhnen" kann und soll sich niemand. Schließlich ist es stets Unrecht, dass die verzweifelten Menschen zwingt, ihre Heimat zu verlassen. Keiner handelt hier freiwillig. Jedem sitzt die Angst im Nacken, die Angst um sein Leben.

Angst, oder eher starke Sorge, beschäftigt auch die Gastgeber der Flüchtlinge. Bedenken vor fremder Kultur, anderen Sitten oder einer anderen Form der Glaubensausübung. Viele Sorgen sind bestimmt unbegründet (Moschee in Plößberg), einige werden sich bewahrheiten (?) und vielleicht werden sogar neue (??) hinzukommen. Doch solange Terror und Krieg nicht nachlassen, wird auch der Flüchtlingsstrom nicht abreißen. Heute schon muss etwa Tirschenreuth die helfende Hand reichen, morgen Plößberg und übermorgen vielleicht eine noch kleinere Gemeinden.

Die Sorgen und Ängste der Menschen im Stiftland sind durchaus verständlich. Ob sie berechtigt sind, wird die Zukunft zeigen. Und hier sind beide Seiten gefordert, aufeinander zuzugehen. Die Flüchtlinge müssen zeigen, inwieweit sie sich einbringen wollen - und wir müssen ihnen die Chance dazu geben. Kein einfacher Weg für beide Seiten.

werner.schirmer@derneuetag.de

Im Blickpunkt 643 Flüchtlinge im Landkreis

Plößberg. (ws) Der Druck auf die öffentlichen Stellen bei der Unterbringung der Flüchtlinge ist groß. "Wir haben die 10 000er-Marke überschritten", berichtete Regierungsrat Michael Iglhaut bei der Veranstaltung in Plößberg für den Bezirk. Laut Quote muss der Landkreis 6,9 Prozent der Flüchtlinge aufnehmen. Bei der Planung in Plößberg gehe man von 150 Plätzen aus. Damit wären auch die Bereitstellung von zwei Betreuungskräften oder Hausmeistern verbunden. Die tatsächliche Belegung werde bei rund 130 Personen liegen.

Oberregierungsrätin Regina Kestel berichtete, dass im Landkreis aktuell 643 Asylbewerber untergebracht sind, darunter die 44 "Kontingent-Flüchtlinge" in Fuchsmühl sowie die 33 unbegleiteten Kinder/Jugendlichen in Immenreuth. Ohne sie verbleiben 564 Flüchtlinge von denen 202 in den beiden Gemeinschaftsunterkünften in Tirschenreuth (150) und Waldsassen leben. Geplant seien weitere Gemeinschaftsunterkünfte in Neualbenreuth (ca. 70 zum 1. April) und Mähring (43 zum 1. Januar). Bei der Frage der Verteilung im Landkreis schilderte Regina Kestel, dass in neun Gemeinden keine Asylbewerber untergebracht seien. Freilich sei man immer auf der Suche nach Wohnungen.
Weitere Beiträge zu den Themen: November 2015 (9608)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.