Angemerkt Ein trüber Blickin den Norden

Ja, in den Norden hat der Bayerische Rundfunk eine etwas verklärte Sicht: Unverändert will man unsere Ecke als fast unbewohnt, ja fast menschenleer, kalt, rau, mit ein paar herzlich unverzagten und liebenswerten Optimisten abstempeln.

Einsame Höfe, betagte Scheunen in der Gemeinde Falkenstein (!!) bilden den Einstieg der Oberpfalz-Serie über den Norden. Ein Bagatell-Lapsus, der schon zum Auftakt ahnen lässt, mit wie viel Aufmerksamkeit das Bild des Norden gezeichnet wird. Es hätte noch gefehlt, etwas über die Knopftradition in Bärn-berg oder die Resl von Konners-hausen zu erfahren.

Nein, viel Mühe haben sich die Filmer nicht gemacht - mit dem Norden. Wilde Sprünge quer über die Landkarte, Stummfilm-Szenen von rauen Höhen bei Mähring oder stillen Gewässern (Liebenstein-Speicher). Ein junges Gesicht darf die Vorzüge der Kreisstadt preisen, im einsamen grauen Fischhofpark oder an der ebenso einsamen Himmelsleiter. Zack hüpft die Kamera ab in eine völlig andere Ecke. Ein bisschen Bierseligkeit gehört bei denen da droben nach Ansicht von denen da drunten wohl immer dazu: Zoigl und Brotzeiten sind aufgeführt, sogar in Falkenstein! Musik inklusive. Erstaunlich gering der Volkstums-, sprich Dirndlfaktor. Dafür ein paar willkürliche "Werbe-Blöcke".

Zum Ärgernis aber auch ein "fast Nichts" über eine moderne Wirtschaftsregion mit Unternehmen von Weltruf, einer IT-Branche die Zeichen setzt, einer Lebensqualität im Herzen Europas, die Lust auf Zukunft macht. Dilettantische Beiträge verzerren das Bild, unterlaufen die Bemühungen. Ja, helfen dem Freistaat, bei Investitionen weiter fest den Blick aufs Zentrum zu richten. Kirchen, Kapellen, Kälte, Kargheit, Klezmer (!) und ein geradlinig gestrickter Menschenschlag werden vermittelt. Bei allem Respekt vor der Münchner Sendeanstalt: Nein, mir g'fallts nicht. "Dou bin i niat dahoam!"



Termine

Ehemalige musizieren

Benefizkonzert der "Ehemaligen" der Kreismusikschule am 9. Januar um 19.30 Uhr im Großen Sitzungssaal des Landratsamtes. Klaus Rosner, Perkussion, und Jakob Johannes Schröder, Viola, spielen Werke aus ihrem Repertoire. Ergänzt wird das Programm durch die Kinga Schröder, Violoncello. Eintritt frei.
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