Anlieger schonen

Kaum ein Thema brennt Hausbesitzern stärker auf den Nägeln. Denn irgendwann flattert jedem von ihnen ein Schreiben der Gemeinde ins Haus, dass die Straße vorm Haus saniert werden muss. Und die Anlieger werden dafür anteilig zur Kasse gebeten. "Da geht es manchmal richtig zur Sache, da muss man Schulden machen", wusste der Schwarzenfelder Siedler-Vorsitzende Hans-Peter Hierl. So würde sich mancher verzweifelt fragen: "Wie soll ich die Summe aufbringen?" Immerhin gehe es oft um mehrere zehntausend Euro, die bezahlt werden müssen.

Siedler-Bezirkschef Christian Benoist sprach in diesem Zusammenhang gar von "einer Art Zwangsenteignung". Dem einen oder anderen Betroffenen bleibe nicht anderes übrig, als auszuziehen und das Haus zu verkaufen. Besonders ärgerlich sei, wenn die Gemeinde einen "Luxusausbau der Straße" vorgesehen habe. Für die Siedler wäre es klar, "dass wir die Leute aufklären wollen, damit sie sagen, da machen wir nicht mit". Diesem Ziel diente auch eine Petition, die auf großen Widerhall gestoßen war und die vor einiger Zeit den Politikern in München übergeben wurde.

Eine kommunalpolitische Lichtfigur ist für die Siedler in dieser Frage der mittelfränkische Bürgermeister Jürgen Spahl, der die Geldbeutel seiner Bürger schont. "Ist unser Konzept auf andere Kommunen übertragbar?", fragte er bei einer Versammlung der Siedler im Jugendheim-Saal. Seine Antwort war so kurz wie klar: "Ja, das ist es." Schade war nur, dass zwar viele Bürger zu dem Vortrag kamen, aber nur eine Handvoll Gemeinderäte. (td)
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