Anna Roidl und Tobias Langhoff absolvieren beim TC Postkeller das Freiwillige Soziale Jahr - ...
Innehalten und das eigene Potenzial entdecken

Tobias Langhoff und Anna Roidl (beide rechts außen) leisten beim TC Postkeller ein freiwilliges Soziales Jahr. Das Duo ist selbst in den Tennisteams des Clubs aktiv und möchte die Zeit der Orientierung nutzen, um sich vielfältiges Wissen rund um die Vereinsarbeit anzueignen. Bild: nik
Weiden. (nik) Sozial, freiwillig - und noch dazu ein ganzes Jahr: Anna Roidl und Tobias Langhoff sind als sogenannte "FSJ-ler" in Diensten der Bayerischen Sportjugend für den TC am Postkeller tätig. Der Bezug zum Verein ist gegeben: Roidl ist Mitglied der Landesliga-Damenmannschaft, Langhoff schwingt das Racket für die Herrenteams.

Die Arbeitszeit eines im Freiwilligen Sozialen Jahr Beschäftigten beträgt 38,5 Stunden in der Woche, die Entlohnung nennt sich Taschengeld anders ist der Betrag von 300 Euro auch nicht zu bezeichnen. "Das ist schon besonders, dass gerade aus den beiden Leistungsteams sich zwei junge Leute bereiterklären, dem Verein etwas zurückzugeben", erklärt Sport-Ressortleiterin Julika Gomez-Islinger.

Neun von zehn Punkten

Die Sportlehrerin am Augustinus-Gymnasium ist die vom Bayerischen Landessportverband ausgewählte Betreuerin und verantwortlich für die Anleitung des Duos. Besonders freut sie, dass der TC Postkeller bei der Evaluation durch das Bildungsreferat der Bayerischen Sportjugend hervorragend abgeschnitten hat. "Wir haben neun von zehn möglichen Punkten erreicht", erklärt Gomez-Islinger.

Anna Roidl kam mit ihren Eltern vor zehn Jahren nach Weiden und sofort zum TC Postkeller. Neben ihrem schulischen Engagement spielte sie über viele Jahre Volleyball beim TB Weiden und machte im DJK-Leichtathletik-Team mit. Im Tennissport feierte sie ihre größten Erfolge. Zwischenzeitlich stand sie auf der deutschen Rangliste, an Position zwei und drei spielt sie aktuell in der Landesliga. Tobias Langhoff, mit 21 Jahren drei Jahre älter als Roidl, stammt vom Hammerweg und kam über den Fußball (SpVgg Schirmitz) zum Tennis.

Was aber sind die Gründe, dass ein junger Mensch das "FSJ" auf sich nimmt? Langhoff spricht vom "Innehalten und Durchschnaufen" nach der langen Schulzeit. Sein Weg führte ihn vom Gymnasium über die Realschule zur Fachoberschule, sein Ziel ist das Studium "Soziale Arbeit" in Nürnberg. Auch Roidl, die das Augustinus Gymnasium als eine der Jahrgangsbesten absolvierte, stößt ins gleiche Horn. "Luft holen", "eigene Potenziale entdecken" nach all den rein schulspezifischen Anforderungen, lauten ihre Erwartungen an das "FSJ". Mittlerweile hält sie, wie Langhoff, nach einem dreiwöchigen Lehrgang in Bayreuth einen Übungsleiterschein in Händen.

Was haben die beiden in den wenigen Wochen schon alles geleistet? "Kartoffelfeuer, Feriencamp, Saisonabschlussfeier, Nikolausfeier und bald kommt der Indoors-Cup", berichten sie begeistert. Und was für die beiden noch viel mehr zählt: die Sportarbeitgemeinschaft mit den Kindern der Clausnitzerschule, die Laufschule, das Koordinationstraining, das Matchtraining. Alles unentgeltlich, ein Zusatzförderprogramm des TC Postkeller.

"Das entspricht unserem Gedanken der Nachhaltigkeit, denn die Gruppen treffen sich mehrmals wöchentlich", erzählt Gomez-Islinger. Die beiden "FSJ-ler" ergänzen sich indes in der Verwaltungsarbeit, teilen sich Bürostunden und kümmern sich um die Hallenbelegung. Das klappe nach minimaler Einarbeitungszeit hervorragend, meint ihre Betreuerin. Sehr sozial das alles, freiwillig und ein ganzes Jahr.
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