Anregung: Kapellen-Wanderweg vom Breitenstein über den Kühberg nach Königstein
Johanniskapelle strahlt

(wku) Sie erstrahlt nun wieder in neuem Glanz: die Johanniskapelle auf dem Gipfel des Kühberges. Nach einer Generalsanierung wurde sie im Sommer wieder in Dienst genommen.

Im Jahre 1927 wurde die Johanniskapelle auf dem Kühberg gebaut. Trotz mehrerer Renovierungen war das Kirchlein mittlerweile recht in die Jahre gekommen. Am Gebälk nagte der Holzwurm, die Außenfassade hatte Risse und war voller Schmutz.

Nun bekam die Kirche innen und außen einen neuen Anstrich, die Balken wurden ausgewechselt, die Eisenteile entrostet und gestrichen. Geplant wurden auch ein neuer Blitzableiter sowie eine Tafel an der Kapelle, die kurz über die Geschichte des Kirchleins informiert.

Taufen und Theater

Früher stand die Kapelle ganz frei am Bergesgipfel und bot eine wunderschöne Aussicht. Mittlerweile ist sie allerdings zwischen Bäumen eingewachsen, dass keine Aussicht mehr möglich ist. An diesem Kirchlein wurde und wird nicht nur der Johannis-Gottesdienst gefeiert, sondern es diente auch - gemäß seines Namenspatrons Johannes der Täufer - als Taufkapelle. Hier tauften die Pfarrer schon mehrere Kinder. Sogar Theaterspielplatz war das Kirchlein. 1950 wurde hier das Theaterstück "Johannis der Täufer" aufgeführt.

Bereits 1959 wurde die Kapelle renoviert. Dabei brachte man zusätzlich in ihrem Innenraum Namenstafeln der Gefallenen und Vermissten des Weltkrieges an, weil man für deren Namen auf dem Kriegerdenkmal am Marktplatz keinen Platz mehr hatte. So hat die Kapelle noch eine zusätzliche Funktion als Kriegergedächtnisstätte.

Bis 1991 war es Brauch, dass ein Konfirmand am Todestag jedes einzelnen Gefallenen zu seinem Gedenken den steilen Kühberg hinaufsteigen musste, um das Glöckchen der Kapelle zu dessen Gedenken zu läuten. Von den Angehörigen bekam er dafür eine kleine Spende. Heutzutage läutet eine ältere Dame sommers wie winters einmal die Woche für die Gefallenen.

Kapellenweg?

Pfarrerin Heidi Kurz, welche die Geschichte der Kapellen der Marktgemeinde erforschte, schlug in diesem Zusammenhang vor, einen ökumenischen Kapellenweg als Wanderweg zu schaffen. Er könnte am Breitenstein beginnen, wo die katholische Burgkapelle steht sowie eine weitere evangelische Johanniskapelle, die sich im Besitz der Eschenfeldener Kirchengemeinde befindet. Von hier aus ginge der Weg über die Johanniskapelle am Kühberg bis nach Königstein.

"Das wäre ein ganz besonderer Wanderweg, den meines Wissens noch keine Gemeinde im Umkreis hat." Eigentlich, so die Pfarrerin, seien Kapellen meist katholisch oder in Privatbesitz.
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