ARD-Doku-Drama "Hannelore Kohl - Die Frau im Schatten" geplatzt
Keine Einigung mit Kanzler-Sohn

Der damalige Bundeskanzler Helmut Kohl und seine Frau Hannelore im August 1998 im Urlaub am Wolfgangsee in Österreich eine Brotzeit. Ein ARD-Fernsehfilm über das Schicksal der Kanzlergattin, die sich 2001 das Leben nahm, kommt nicht zustande. Stattdessen entsteht eine reine Dokumentation. Bild: dpa
Das geplante Doku-Drama "Hannelore Kohl - Die Frau im Schatten" wird als reine Dokumentation fortgeführt. Das teilte der Norddeutsche Rundfunk (NDR) am Donnerstag in Hamburg mit. Zuvor hatte der "Focus" darüber berichtet.

Ursprünglich sollte das Leben der Ehefrau von Altkanzler Helmut Kohl (85) in einem zweiteiligen Fernsehfilm des Regisseurs Raymond Ley ("Eine mörderische Entscheidung") nachgezeichnet werden. "Zu unserem großen Bedauern" könne man die Arbeit an dem Film nicht fortführen, "da mit ihrem Sohn Peter Kohl keine einheitliche Sichtweise auf die Anlage der Hauptfigur gefunden werden konnte", sagte NDR-Spielfilmchef Christian Granderath.

Auch Produzent Nico Hofmann bedauerte die Entwicklung sehr, möchte aber bei seinem Versprechen bleiben, das er zu Beginn der Zusammenarbeit Peter Kohl gegeben habe, "dass wir einen solchen Film nur in Produktion bringen, wenn sich ein deckungsgleiches Persönlichkeitsbild erschließt, das wir einem Millionenpublikum vorstellen wollen. Dies ist uns leider nicht gelungen."

Die Kohl-Söhne Peter und Walter waren als Interviewpartner und als Berater an dem Projekt beteiligt, Peter Kohl war zudem in die Drehbuch-Entwicklung eingebunden. Nun soll die Recherchearbeit von Raymond Ley für die Herstellung einer Fernsehdokumentation verwendet werden. Der Autor der Dokumentation stehe jedoch noch nicht fest.
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