Armer Ritter

Torhüter Johannes Ritter spielte, obwohl er es nicht gedurft hätte. Weil die beiden anderen Torhüter des SVL Traßlberg verletzt waren und alle im Verein glaubten, die Rote Karte, die Ritter vier Tage zuvor im Pokal gesehen hatte, würde nicht in einem Ligaspiel gelten.

"Unwissenheit schützt vor Strafe nicht" - das gilt auch für Fußballvereine. Und der SVL Traßlberg wurde für seine Unwissenheit bestraft. Punkte weg, Geld weg, Torwart weg. Die Entscheidung, die beiden Siege abzuerkennen und die Spiele als verloren zu werten - verständlich. Die Geldstrafen für den Verein und den Abteilungsleiter - vielleicht auch noch nachvollziehbar. Aber warum der junge Torhüter nun acht Wochen nicht spielen darf, ist nicht zu verstehen.

Die Sportrichter mussten so entscheiden, die Statuten sehen es so vor. Sie waren sogar gnädig, blieben am unteren Rand des Strafrahmens. Trotzdem: Der vermeintliche Vorteil, den der Verein durch den Einsatz des Torhüters hatte, wurde nachträglich zurückgenommen. Der "Täter" ist bestraft, das "Opfer" entschädigt. Damit müsste die Sache doch erledigt sein. So aber wird der Verein weitere acht Spiele bestraft - und vor allem der Torhüter.
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