Atmosphäre von New Orleans

Idyllischer geht es nicht: Das rotgoldene Licht vor der alten Münze her passte hervorragend zur schwül-heißen Musik der Blueskünstler Schroeter und Breitfelder. Bild: swt

Dass es in Auerbach nicht an schönen Plätzchen mangelt zeigte sich am Samstagabend eindrucksvoll am Schlosshof. Vor der in tiefem Rot erleuchteten alten Münze hatte sich ein illustres Völkchen versammelt, um den nächsten Höhepunkt des "Theatersommers Auerbach" zu erleben.

(swt) Rund 80 Zuhörer wurden in die Atmosphäre von New Orleans oder Tennessee versetzt, als Georg Schroeter und Marc Breitfelder ihre Bluesinterpretationen zum Besten gaben. Die beiden aus Kiel stammenden Musiker haben schon viele Auszeichnungen erhalten, Schroeter wurde unter anderem 2013 zum besten Bluespianisten Deutschlands gekürt.

Viele Festivals

Beide touren regelmäßig in den USA, spielen dort im Heimatland des Blues auf vielen großen Festivals in Alabama, Ohio oder Arizona. Marc Breitfelder hat mit seiner Mundharmonika durch eine selbstentwickelten Überblastechnik Töne, Klänge und Harmonien erreicht, die sonst nirgends so zu hören sind.

Gefühlvolles Klavierspiel, eine einzigartige Bluesstimme und diese außergewöhnliche Spielweise auf der Mundharmonika ließen dem Publikum unter kühlen Bäumen eine zusätzliche Gänsehaut auflaufen. Zwischendurch erfreute der Intendant des Fränkischen Theatersommers, Jan Burdinski, mit kleinen Geschichten humoriger Art aus der Heimat der Musiker, die gekonnt vom Pianisten Breitfelder mit Musikelementen untermalt wurden.

Dass Blues oder Boogie in die Beine gehen, dankte das Publikum auch mit Körpereinsatz, kaum jemand konnte so richtig still sitzen. Pate für dieses wunderbare Musikerlebnis stand dieses Mal übrigens die Firma ZF Auerbach. Und mit der Wahl der Location und des Ensembles hatte die Stadt einen Glücksgriff getan.

Gruselig wird es beim nächsten Abend des Theatersommers. Dann entführt Edgar Allan Poe in Schauerstimmung und Gänsehaut. Markus Veith schlüpft in die Rolle des Grauens, erinnert an lebendig Begrabene, an alte Gemäuer, die in stürmischer Nacht im Moor versinken, an dröhnenden Herzschlag unter Fußbodendielen und an den Raben, der im Gedicht sein "Nimmermehr" krächzt. Dieser düstere Vogel bringt das Publikum in beklemmende Sphären. "Und es hebt sich aus den Schatten, von dem Estrich dumpf und schwer, jede Seele... nimmermehr...".

Im Bürgerhaus

Karten für dieses Erlebnis gibt es im Vorverkauf für zwölf, an der Abendkasse für 14 Euro. Stattfinden wird es in historischen Gemäuern, im Bürgerhaus am Samstag, 22. August, um 20 Uhr.
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