Auch Blumen für US-Offiziere - Kemnath übersteht Krieg nahezu unbeschädigt
Kapitulation mit Kommunbier

Kemnath. (bjp) Oberpfälzisch-formlos vollzog sich die Übergabe der Stadt: Auf dem Stadtplatz, der die längste Zeit "Adolf-Hitler-Platz" geheißen hatte, begrüßte Bürgermeistergattin Justine Strickner die in einem Jeep vorgefahrene Abordnung amerikanischer Offiziere mit Gläsern voller Kommunbier, die die Soldaten lachend annahmen. Auch die von Stadtpfarrer Georg Pilz überreichten Blumen aus dem Pfarrgarten entspannten die Lage.

Die Stadt, die die Amerikaner am 20. April so reibungslos übernahmen, hatte den Krieg nahezu unbeschädigt überstanden; vor einem angeblich geplanten Luftangriff, wie ihn Neustadt am Kulm erlitt, war sie verschont geblieben. Lediglich einige tags zuvor als Warnung abgefeuerte Granaten waren im Stadtweiher und in benachbarten Gärten eingeschlagen, einige Dächer im Süden trugen Spuren von Maschinengewehrfeuer. So konnten jene Einwohner, die aus Furcht vor einem massiveren Beschuss oder gar Bombardement in Felsenkeller oder Nachbardörfer geflohen waren, in ihre Wohnungen zurückkehren.

Elf Todesopfer hatte allerdings am 19. April ein Jagdbomberangriff auf den Bahnhof Kemnath-Neustadt gefordert, und auch einer der US-Soldaten auf dem von SS-Angehörigen beschossenen Lkw (siehe Hauptartikel) verlor sein Leben. Ihn begruben Kaplan Johann Teschner und mehrere Jugendliche noch in der Nacht zum 20. auf dem Stadtfriedhof. Nicht zu vergessen: 147 Kemnather hatten auf den Schlachtfeldern ihr Leben lassen müssen.
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