Auch nach 600 Jahren ein Genuss

Zur Eröffnung der Sonderausstellung "600 Jahre Kommunbraurecht in Neuhaus" waren nicht nur viele Zoiglwirte gekommen, auch die Zoiglhoheiten Sophia Windschigl (links) und Theresa Schönberger (Zweite von links) gaben sich ebenso wie Bürgermeister Karlheinz Budnik (Fünfter von links), Museumschefin Gisela Schaffer-Kick (Zweite von rechts), OWV-Hauptvorsitzender Armin Messner und Pfarrer Hubert Bartel (rechts) die Ehre. Bild: mic

Ernst Schönberger könnte viel erzählen. Die Geschichte des Braumeisters ist Teil der Sonderausstellung "600 Jahre Kommunbraurecht in Neuhaus".

Neuhaus. (mic) Der Seniorwirt der Zoiglwirtschaft "Zum Käck'n" erinnerte sich am Ostermontag bei der Saisoneröffnung des Waldnaabtal-Museums an seine Anfänge als Zoiglbrauer vor 43 Jahren. "Ich war damals 17 Jahre alt, als ich von heute auf morgen das Brauen lernen musste."

Seit 30 Jahren besteht das Museum in der Burg Neuhaus. Seitdem kümmert sich der Oberpfälzer Waldverein um die vielen Exponate und Ausstellungsräume. Neben der Dauerausstellung gibt es jährlich ein besonders Thema, dem sich das Museum widmet. 2015 ist es der Zoigl.

Zoigl ein Besuchermagnet

Bürgermeister Karlheinz Budnik dankte dem OWV-Team mit Gisela Schaffer-Kick, Monika Hartmann und Elisabeth Schäffler, die sich um die Gestaltung der Sonderausstellung gekümmert haben. "Zoigl hat Neuhaus und Windischeschenbach weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt gemacht", sagte er.

Am 3. Oktober, dem Tag der Kommunbrauer, kämen mittlerweile ganze Pilgerströme nach Neuhaus. "Ich hoffe, dass die Sonderausstellung den einen oder anderen inspiriert, sich auf Spurensuche zu machen und sich über die Herstellung des Zoigls zu informieren."

Armin Messner, Vorsitzender des OWV-Hauptvereins, lobte das Engagement der Windischeschenbacher. "Auch die Pflege der Kultur ist eine Aufgabe des Oberpfälzer Waldvereins", sagte er. Messner wünschte dem Museumsteam viel Erfolg und viele Gäste.

Bier im Bottich

Besucher der Sonderschau erfahren Wissenswertes über die Herstellung des Zoigls, des Brau- und Schankrechts und über die Bedeutung des Zoiglsterns. Es sind verschiedene Gerätschaften zu sehen, die früher für den Bierbrauer unverzichtbar waren. "Mit solchen Bottichen haben wir das Bier nach dem Brauen nach Hause getragen", erklärt Braumeister Schönberger die Bedeutung eines Holzbehälters. Auch Journalisten aus aller Herren Länder interessieren sich für den Gerstensaft. Die Ausstellung zeigt Artikel, die in verschiedenen Magazinen und Zeitungen erschienen sind, unter anderem einen Bericht aus der Londoner "Times".

Unterstützung im Vorfeld bekam das Museumsteam vor allem von der Zoiglwirtin Renate Schönberger. "Ohne sie hätte wir es nicht geschafft, die Sonderausstellung so zu gestalten", freut sich Monika Hartmann über das Engagement. Ein Dank galt auch Wolfgang Bauer, der das Plakat für "600 Jahre Kommunbraurecht in Neuhaus" entworfen hat.
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